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Social Media für Kanzleien: was seriös wirkt

Fachthemen statt Kanzleialltag, die Grenzen der Verschwiegenheit und der Umgang mit Kommentaren.

Social Media für Kanzleien: was seriös wirkt
KI-gestützt erstellt. Mehr dazu

Der Kanzleialltag ist als Inhalt ungeeignet, weil er aus Mandaten besteht. Was bleibt, sind Fachthemen, und die tragen weiter, als die meisten erwarten.

Was nicht geht

Die Verschwiegenheitspflicht bezieht sich auf alles, was in Ausübung des Berufs bekannt geworden ist. Sie gilt nicht für Tatsachen, die offenkundig sind oder ihrer Bedeutung nach keiner Geheimhaltung bedürfen.

Damit scheiden aus: Fallbeispiele mit erkennbarem Bezug, Bilder aus Besprechungen, Bildschirmaufnahmen mit Mandantendaten, Hinweise auf laufende Prüfungen.

Auch ein Beitrag über einen typischen Fall wird zum Problem, wenn Branche, Ort und Größenordnung zusammen genannt werden. Drei Angaben genügen in einer Kleinstadt zur Identifizierung.

Was trägt

Erklärungen zu Fristen und Änderungen, jeweils 1 Sachverhalt je Beitrag. Ein Beitrag zur Frist am 16. Februar für die besondere Jahresmeldung zur Unfallversicherung erreicht genau die Arbeitgeber, die sie betrifft.

Antworten auf wiederkehrende Fragen. Jede Frage, die in der Kanzlei 5 Mal im Jahr gestellt wird, ist ein Beitrag wert.

Und Hinweise auf Termine: Abgabefristen, Meldetermine, Stichtage. Sie sind der Inhalt mit dem höchsten Gebrauchswert und dem geringsten Aufwand.

Fachinhalte für Kanzleien
PunktRegel oder Wert
Verschwiegenheitalles, was in Ausübung des Berufs bekannt wurde
AusgeschlossenFallbeispiele mit erkennbarem Bezug
AusgeschlossenBilder aus Besprechungen
AusgeschlossenBildschirmaufnahmen mit Mandantendaten
IdentifizierungsrisikoBranche, Ort und Größe zusammen
GeeignetFristen und Gesetzesänderungen
Geeignetwiederkehrende Fragen aus der Kanzlei
Schwelleeine Frage, die 5 Mal im Jahr gestellt wird
GeeignetTermine und Stichtage
Takt2 bis 4 Beiträge im Monat
Aufwand je Beitrag20 bis 30 Minuten
Bei 36 Beiträgenrund 15 Stunden im Jahr
Planungquartalsweise für 3 Monate
Kommentareallgemein antworten, nie fallbezogen

Der Takt und der Aufwand

Zwei bis 4 Beiträge im Monat, also 24 bis 48 im Jahr. Weniger fällt nicht auf, mehr ist neben der Fristenarbeit nicht zu halten.

Rechnen Sie 20 bis 30 Minuten je Beitrag, wenn das Thema aus der laufenden Arbeit kommt. Bei 36 Beiträgen sind das rund 15 Stunden im Jahr.

Planen Sie die Beiträge einmal im Quartal für 3 Monate. Die Termine des Steuerjahres stehen fest, und 12 der 36 Beiträge lassen sich damit im Voraus schreiben.

Kommentare und Anfragen

Beantworten Sie fachliche Fragen allgemein und nie fallbezogen. Eine öffentliche Antwort auf eine konkrete Schilderung ist eine Beratung ohne Mandat und ohne Kenntnis des Sachverhalts.

Die Standardantwort verweist auf die allgemeine Natur des Beitrags und bietet ein Gespräch an. Zwei Sätze, in jeder Kanzlei dieselben.

Und melden Sie unwahre Tatsachenbehauptungen, statt sie zu widerlegen. Eine Richtigstellung im Kommentarbereich bestätigt regelmäßig ein Mandat, das nicht bestätigt werden darf.

Legen Sie dafür 1 Zuständigkeit fest und einen Zeitrahmen von 2 Werktagen. Ein unbeantworteter Kommentar unter einem Fachbeitrag steht dort dauerhaft, und bei 36 Beiträgen im Jahr mit durchschnittlich 2 Kommentaren sind das rund 72 Vorgänge, die ohne feste Zuständigkeit niemand bearbeitet.

Quellen

  1. Steuerberatungsgesetz, Paragraf 57, allgemeine Berufspflichten
  2. Steuerberatungsgesetz, Paragraf 57a, Werbung

Häufige Fragen

Warum keine Fallbeispiele?

Weil Branche, Ort und Größenordnung zusammen zur Identifizierung genügen und die Verschwiegenheitspflicht alles erfasst.

Welche Inhalte eignen sich?

Fristen, Gesetzesänderungen, wiederkehrende Fragen und Stichtage.

Wie hoch ist der Aufwand?

20 bis 30 Minuten je Beitrag, bei 36 Beiträgen rund 15 Stunden im Jahr.

Wie antwortet man auf einen konkreten Fall im Kommentar?

Allgemein, mit Hinweis auf die Natur des Beitrags und dem Angebot eines Gesprächs.