Marketing

Mandantenbindung über die Reaktionszeit

Antwortzeit als messbarer Bindungsfaktor, feste Zusagen und die Organisation dahinter.

Mandantenbindung über die Reaktionszeit
KI-gestützt erstellt. Mehr dazu

Mandanten wechseln selten wegen fachlicher Fehler. Sie wechseln, weil niemand zurückruft, und das ist der einzige Grund, den eine Kanzlei vollständig selbst in der Hand hat.

Was gemessen wird

Die Zeit zwischen Eingang einer Anfrage und der ersten inhaltlichen Antwort. Nicht die Zeit bis zur Lösung, denn die hängt am Sachverhalt.

Drei Kanäle getrennt messen: Telefon, elektronische Post, Portal. Sie haben unterschiedliche Erwartungen, und ein gemeinsamer Mittelwert verdeckt das.

Eine brauchbare Zusage lautet: Rückmeldung innerhalb von 1 Werktag, Lösung mit Terminangabe. Die erste Hälfte ist immer einzuhalten, die zweite selten am selben Tag.

Warum die Zwischenmeldung genügt

Ein Mandant, der weiß, dass seine Frage angekommen ist und bis Donnerstag beantwortet wird, ruft nicht erneut an. Ein Mandant ohne diese Nachricht ruft nach 2 Tagen wieder an.

Bei 200 Mandaten und 6 Anfragen im Jahr sind das 1.200 Vorgänge. Wenn davon 20 Prozent zu einem zweiten Anruf führen, sind das 240 zusätzliche Gespräche zu je 5 Minuten, also 20 Stunden.

Die Zwischenmeldung kostet 1 Minute. Bei 240 vermiedenen Rückrufen ist das ein Verhältnis von 1 zu 5 zugunsten der Meldung.

Reaktionszeit steuern
PunktWert
MessgrößeZeit bis zur ersten inhaltlichen Antwort
Nicht gemessenZeit bis zur Lösung
Kanäle getrenntTelefon, elektronische Post, Portal
ZusageRückmeldung innerhalb von 1 Werktag
Zweiter TeilLösung mit Terminangabe
Bei 200 Mandatenrund 1.200 Vorgänge im Jahr
Ohne Zwischenmeldungrund 20 Prozent Zweitanrufe
Zeitverlustrund 20 Stunden im Jahr
Aufwand Zwischenmeldung1 Minute
Verhältnis1 zu 5 zugunsten der Meldung
Eingangje Kanal ein Postfach, nie persönlich
Vertretungschriftlich, je Sachbearbeiter
Rückrufzeitenfest, etwa 8 bis 10 Uhr
Monatliche Kennzahlen3
Wichtigste ZahlVorgänge über 5 Werktage

Die Organisation dahinter

Ein Eingangskanal je Art, keine Anfragen an persönliche Postfächer. Was in einem persönlichen Postfach liegt, ist bei Urlaub und Krankheit unsichtbar.

Eine Vertretungsregel je Sachbearbeiter, schriftlich, mit Namen. Bei 6 Mitarbeitern sind das 6 Zeilen, und sie entscheiden über die Antwortzeit in 8 Urlaubswochen im Jahr.

Und feste Zeiten für Rückrufe, etwa 8 bis 10 Uhr. Sie schützen die Bearbeitungszeit und geben dem Mandanten eine verlässliche Erwartung.

Die Auswertung

Monatlich 3 Zahlen: durchschnittliche Antwortzeit, Anteil der Antworten innerhalb von 1 Werktag, Zahl der Vorgänge über 5 Werktage. Die dritte Zahl ist die wichtigste.

Vorgänge über 5 Werktage sind die, aus denen Kündigungen entstehen. Sehen Sie jeden einzelnen an, statt den Mittelwert zu betrachten; bei 1.200 Vorgängen im Jahr sind das erfahrungsgemäß 20 bis 40 Fälle.

Und fragen Sie bei jeder Mandatsbeendigung nach dem Grund. Die Antwort lautet in einem erheblichen Teil der Fälle nicht Honorar, sondern Erreichbarkeit, und erst diese Antwort macht die Messung glaubwürdig.

Quellen

  1. Steuerberatungsgesetz, Paragraf 57, allgemeine Berufspflichten
  2. Abgabenordnung, Paragraf 149, Abgabe der Steuererklärungen

Häufige Fragen

Was genau wird gemessen?

Die Zeit bis zur ersten inhaltlichen Antwort, getrennt nach Telefon, elektronischer Post und Portal.

Welche Zusage ist realistisch?

Rückmeldung innerhalb eines Werktags, Lösung mit Terminangabe.

Warum wirkt eine Zwischenmeldung?

Weil sie den zweiten Anruf vermeidet. Eine Minute Aufwand spart etwa fünf Minuten Gespräch.

Welche Kennzahl ist die wichtigste?

Die Zahl der Vorgänge über fünf Werktage. Aus ihnen entstehen Kündigungen.