Ratgeber

Kühlkette lückenlos protokollieren

Wie oft gemessen wird, was bei einer Überschreitung zu dokumentieren ist und warum die lückenhafte Liste schlechter ist als gar keine.

Kühlkette lückenlos protokollieren
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Die Liste ist nicht der Nachweis, dass alles in Ordnung war. Sie ist der Nachweis, dass jemand hingesehen hat, und genau darauf schaut die Kontrolle.

Was aufgezeichnet wird und wie oft

Zwei Messungen je Kühlstelle und Tag sind der Standard, der sich im Alltag hält: eine bei Betriebsbeginn und eine am Abend. Bei 4 Kühlstellen sind das 8 Werte täglich, rund 2.900 im Jahr.

Jede Zeile braucht Datum, Uhrzeit, Stelle, Wert und Kürzel. Fehlt das Kürzel, ist die Zeile im Streitfall wertlos, weil niemand die Messung bestätigen kann.

Zusätzlich gehört der Wareneingang dokumentiert. Eine Lieferung, deren Temperatur nicht geprüft wurde, ist eine offene Flanke, und sie liegt außerhalb Ihres Einflusses, solange sie nicht gemessen ist.

Der Teil, der fast immer fehlt

Die Abweichung. Wer nur Werte im Sollbereich einträgt, dokumentiert kein Eigenkontrollsystem, sondern eine Wunschliste, und genau das fällt bei einer Kontrolle auf.

Eine Abweichung braucht 4 Angaben: gemessener Wert, vermutete Ursache, Entscheidung über die Ware und die getroffene Maßnahme. Vier Zeilen, die den Unterschied zwischen einem gelebten und einem behaupteten System ausmachen.

Rechnen Sie mit 5 bis 15 Abweichungen im Jahr in einem normalen Betrieb. Wer 0 einträgt, hat entweder ein außergewöhnliches Haus oder eine unvollständige Liste, und die Kontrolle geht vom Zweiten aus.

Aufzeichnung im Betrieb
PunktWert
Messungen je Stelle und Tag2, morgens und abends
Bei 4 Kühlstellen8 Werte täglich, rund 2.900 im Jahr
Angaben je ZeileDatum, Uhrzeit, Stelle, Wert, Kürzel
WareneingangTemperatur je Lieferung dokumentieren
Angaben je AbweichungWert, Ursache, Entscheidung über die Ware, Maßnahme
Erwartbare Abweichungen im Jahr5 bis 15
Vollständigkeitsprüfungmonatlich, je 10 Minuten
Zeitgewinn durch Funkthermometerrund 60 Stunden im Jahr bei 4 Stellen
Kontrollmessung von Hand1-mal je Quartal

Warum Lücken teurer sind als fehlende Listen

Eine Liste mit 340 von 365 Tagen belegt, dass eine Kontrolle vorgesehen war und an 25 Tagen unterblieben ist. Das ist ein dokumentierter Mangel.

Kontrollieren Sie deshalb monatlich auf Vollständigkeit. 12 Blicke im Jahr, je 10 Minuten, verhindern, dass eine Lücke erst nach 8 Monaten auffällt, wenn niemand mehr weiß, was war.

Bei Lücken durch Urlaub oder Krankheit gehört ein Vermerk in die Zeile. Ein erklärter Ausfall ist etwas anderes als ein leeres Feld.

Technik, die Arbeit spart

Ein Funkthermometer je Kühlstelle nimmt die 2.900 jährlichen Ablesungen ab und protokolliert selbst. Der Kostenpunkt ist überschaubar, der Zeitgewinn liegt bei rund 60 Stunden im Jahr bei 4 Stellen.

Wichtig bleibt die Alarmschwelle. Ein System, das erst bei einer Überschreitung meldet, ersetzt die Liste; eines, das nur aufzeichnet, verschiebt die Arbeit nur nach hinten.

Prüfen Sie einmal im Quartal von Hand nach. Ein Fühler, der seit Wochen denselben Wert liefert, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit defekt, und 4 Kontrollmessungen im Jahr decken das auf.

Quellen

  1. Lebensmittelhygiene-Verordnung, Paragraf 4, Schulung
  2. Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch, Paragraf 40, Information der Öffentlichkeit

Häufige Fragen

Wie oft muss gemessen werden?

Zwei Messungen je Kühlstelle und Tag halten sich im Alltag. Bei 4 Stellen sind das rund 2.900 Werte im Jahr.

Was gehört zu einer Abweichung dokumentiert?

Der gemessene Wert, die vermutete Ursache, die Entscheidung über die Ware und die getroffene Maßnahme.

Ist eine lückenhafte Liste besser als keine?

Nein. Sie belegt, dass eine Kontrolle vorgesehen war und unterblieben ist.

Lohnt sich automatische Aufzeichnung?

Bei 4 Kühlstellen spart sie rund 60 Stunden im Jahr. Entscheidend ist eine Alarmschwelle, nicht nur die Aufzeichnung.