Eine eigene Bestellseite lohnt sich nicht ab einem bestimmten Umsatz, sondern ab einer bestimmten Zahl wiederkehrender Gäste. Genau diese Zahl steht in Ihren Daten und wird selten nachgesehen.
Die Rechnung, die den Ausschlag gibt
Bei einer Provision von 30 Prozent kostet eine Bestellung über 30 Euro rund 9 Euro. Bei 40 Bestellungen je Woche sind das 360 Euro, im Jahr über 18.000 Euro.
Eine eigene Bestellseite kostet Einrichtung, laufende Gebühren für Zahlung und Wartung. Setzt man dafür großzügig 2.500 Euro im ersten Jahr an, bleibt bei derselben Menge ein deutlicher Abstand.
Der Haken ist die Nachfrage. Die Plattform bringt Gäste, die Sie nicht kennen; Ihre eigene Seite bedient Gäste, die Sie schon haben. Die Rechnung geht nur auf, wenn genug Bestellungen wiederkehrend sind.
| Punkt | Wert |
|---|---|
| Provision | häufig rund 30 Prozent |
| Bestellung über 30 Euro | rund 9 Euro Provision |
| 40 Bestellungen je Woche | 360 Euro, über 18.000 Euro im Jahr |
| Kosten eigene Seite im ersten Jahr | großzügig gerechnet 2.500 Euro |
| Messzeitraum für Wiederkehr | 8 Wochen |
| Schwelle für den Umstieg | über 40 Prozent wiederkehrende Besteller |
| Schwelle gegen den Umstieg | unter 20 Prozent |
| Übergangszeit im Doppelbetrieb | 3 bis 6 Monate |
| Preisgestaltung | gleicher Gesamtpreis, Vorteil statt Rabatt |
| Pflichtangaben online | Gesamtpreis, Allergene, Mehrweghinweis |
Wie Sie den wiederkehrenden Anteil messen
Zählen Sie über 8 Wochen, wie viele Bestellungen von Adressen kommen, die in diesem Zeitraum mindestens zweimal auftauchen. Liegt dieser Anteil über 40 Prozent, trägt eine eigene Seite.
Liegt er unter 20 Prozent, ist die Plattform vor allem ein Akquisekanal, und ein vollständiger Ausstieg kostet mehr, als er spart.
Dazwischen hilft der Doppelbetrieb: Plattform für neue Gäste, eigene Seite für Stammkunden, mit einem Hinweis in jeder Lieferung. Rechnen Sie 3 bis 6 Monate, bis sich die Anteile verschieben.
Der Umstieg ohne Umsatzeinbruch
Legen Sie einen Zettel in jede Lieferung, nicht nur einen Aufkleber. Ein Zettel mit einem Grund, direkt zu bestellen, wird gelesen; ein Logo auf der Tüte nicht.
Halten Sie den Weg kurz. Wer für eine Bestellung ein Konto anlegen muss, verliert nach Erfahrung einen erheblichen Teil der Besteller im ersten Schritt. Bestellung als Gast muss möglich sein.
Und behalten Sie den Preis gleich. Wer auf der eigenen Seite billiger ist, verstößt meist gegen die Plattformbedingungen; wer teurer ist, verliert die Gäste sofort. Gleicher Gesamtpreis, dafür ein anderer Vorteil, etwa ein Getränk ab einem bestimmten Bestellwert.
Was auf der eigenen Seite stehen muss
Der Gesamtpreis einschließlich Umsatzsteuer und Liefergebühr, sichtbar vor dem Absenden. Ein Preis, der erst im letzten Schritt steigt, ist der häufigste Grund für Abbrüche und zugleich rechtlich angreifbar.
Die Allergenangaben oder der Hinweis, wie sie zu bekommen sind. Die Pflicht gilt online genauso wie am Tisch, und ein Bestellvorgang ohne diese Angabe ist unvollständig.
Und der Hinweis auf die Mehrwegalternative, sofern Sie in den Anwendungsbereich fallen. Bei Lieferungen muss er in dem Medium erfolgen, über das bestellt wird.
Quellen
Häufige Fragen
Ab wann lohnt eine eigene Bestellseite?
Wenn über 8 Wochen mehr als 40 Prozent der Bestellungen von wiederkehrenden Adressen kommen.
Wie viel kostet die Plattform?
Bei rund 30 Prozent Provision etwa 9 Euro je Bestellung über 30 Euro, bei 40 Bestellungen je Woche über 18.000 Euro im Jahr.
Soll die eigene Seite billiger sein?
Nein. Gleicher Gesamtpreis, dafür ein anderer Vorteil. Ein niedrigerer Preis verstößt meist gegen die Plattformbedingungen.
Was muss im Bestellvorgang stehen?
Der Gesamtpreis einschließlich Liefergebühr vor dem Absenden, die Allergenangaben und der Hinweis auf die Mehrwegalternative.