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Grundbuch: die drei Abteilungen und ihre Bedeutung

Drei Abteilungen, drei völlig verschiedene Fragen. Was ein Wegerecht oder eine Grundschuld für den Käufer bedeutet.

Grundbuch: die drei Abteilungen und ihre Bedeutung
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Der Grundbuchauszug ist das erste Dokument, das gelesen werden sollte, und meistens das letzte, das gelesen wird. Dabei stehen dort die Punkte, die einen Verkauf verzögern oder verhindern.

Der Aufbau

Das Bestandsverzeichnis nennt das Grundstück selbst: Flur, Flurstück, Größe, Lage und Wirtschaftsart. Hier gehören auch grundstücksgleiche Rechte und Rechte an fremden Grundstücken hin.

Abteilung 1 nennt die Eigentümer und die Grundlage des Erwerbs. Bei mehreren Eigentümern steht dort auch das Verhältnis, etwa Bruchteilsgemeinschaft oder Erbengemeinschaft, und dieses Verhältnis entscheidet über die Verkaufsfähigkeit.

Abteilung 2 nennt Lasten und Beschränkungen: Wegerechte, Wohnrechte, Nießbrauch, Vorkaufsrechte, Zwangsversteigerungsvermerke, Insolvenzvermerke. Abteilung 3 nennt Grundpfandrechte, also Grundschulden und Hypotheken.

Grundbuch lesen
TeilInhalt und Bedeutung
BestandsverzeichnisFlur, Flurstück, Größe, Lage, Wirtschaftsart
Abteilung 1Eigentümer und Erwerbsgrundlage
Abteilung 2Lasten und Beschränkungen
Abteilung 3Grundpfandrechte
Wegerechtbindet dauerhaft, unabhängig vom Eigentümer
Wohnrecht oder Nießbrauchmindert den Wert deutlich
Vorkaufsrechtverzögert den Vollzug nach der Beurkundung
Zwangsversteigerungsvermerkbeendet die freihändige Vermarktung
GrundschuldRecht am Grundstück, nicht gleich Restschuld
Lastenfreistellung2 bis 4 Wochen Vorlauf
Anforderungsdauer3 bis 10 Werktage
Erneute Prüfungwenn mehr als 3 Monate vergangen sind

Was Abteilung 2 für den Käufer bedeutet

Ein Wegerecht bindet dauerhaft. Es bleibt bestehen, unabhängig davon, wer verkauft oder kauft, und es kann die Nutzbarkeit eines Grundstücks erheblich einschränken.

Ein Wohnrecht oder ein Nießbrauch mindert den Wert deutlich, weil das Objekt bis zum Erlöschen nicht frei verfügbar ist. Beides ist im Kaufpreis abzubilden und nicht nebenbei zu erwähnen.

Ein Vorkaufsrecht verzögert. Der Berechtigte hat nach der Beurkundung eine Frist, in der er ausüben kann, und in dieser Zeit ist der Vollzug offen.

Ein Zwangsversteigerungs- oder Insolvenzvermerk beendet die freihändige Vermarktung praktisch. Wer ihn erst kurz vor dem Notartermin entdeckt, hat Wochen investiert, die nicht zu retten sind.

Was Abteilung 3 bedeutet

Eine eingetragene Grundschuld ist kein Hinweis auf Schulden in gleicher Höhe. Die Grundschuld ist ein Recht am Grundstück, die tatsächliche Restschuld steht bei der Bank und kann deutlich niedriger sein.

Für den Verkauf ist die Lastenfreistellung zu klären: Die Bank gibt eine Löschungsbewilligung gegen Ablösung des Restbetrags. Diese Erklärung braucht Vorlauf, rechnen Sie 2 bis 4 Wochen.

Übernimmt der Käufer die Grundschuld, spart das Kosten, bindet ihn aber an die bestehende Bank. Das ist eine Einzelfallentscheidung und keine Regel.

Die Prüfroutine

Auszug am Tag der Auftragsannahme anfordern, 3 bis 10 Werktage einplanen. Sofort nach Erhalt Abteilung 2 lesen, danach Abteilung 3, zuletzt das Bestandsverzeichnis gegen die Flurkarte.

Notieren Sie je Eintragung: Was ist es, wen bindet es, wann erlischt es und wie wird es behandelt. Vier Spalten, die jede spätere Rückfrage beantworten.

Und prüfen Sie den Auszug erneut kurz vor dem Notartermin, wenn zwischen Anforderung und Beurkundung mehr als 3 Monate liegen. In dieser Zeit kann sich der Stand geändert haben, und der Notar arbeitet mit dem aktuellen.

Quellen

  1. Wohnungseigentumsgesetz, Paragraf 3, vertragliche Einräumung von Sondereigentum
  2. Beurkundungsgesetz, Paragraf 17, Belehrung und Vorlauffrist

Häufige Fragen

Was steht in Abteilung 2?

Lasten und Beschränkungen: Wegerechte, Wohnrechte, Nießbrauch, Vorkaufsrechte sowie Zwangsversteigerungs- und Insolvenzvermerke.

Bedeutet eine Grundschuld, dass Schulden in dieser Höhe bestehen?

Nein. Die Grundschuld ist ein Recht am Grundstück, die tatsächliche Restschuld steht bei der Bank und ist oft niedriger.

Wie lange dauert die Lastenfreistellung?

Rechnen Sie 2 bis 4 Wochen für die Löschungsbewilligung der Bank.

Wann sollte man den Auszug erneut prüfen?

Wenn zwischen Anforderung und Beurkundung mehr als 3 Monate liegen.