Ratgeber

Exposé-Fotos selbst erstellen: was wirklich zählt

Brennweite, Tageszeit und Aufräumen. Die drei Hebel, die aus brauchbaren Aufnahmen gute machen, ohne neue Technik.

Exposé-Fotos selbst erstellen: was wirklich zählt
KI-gestützt erstellt. Mehr dazu

Die meisten Exposéfotos scheitern nicht an der Kamera, sondern an drei Entscheidungen vor dem ersten Auslösen: wie weit, wann, und was vorher verschwindet.

Die Brennweite

Ein zu weiter Winkel verzerrt und lässt Räume größer wirken, als sie sind. Das erzeugt Enttäuschung bei der Besichtigung und kostet Zeit auf beiden Seiten.

Ein Bereich, der einem natürlichen Eindruck nahekommt, liegt bei einer Brennweite entsprechend 24 bis 28 Millimetern im Kleinbildformat. Darunter beginnt die Verzerrung sichtbar zu werden.

Halten Sie die Kamera waagerecht und auf etwa 1,40 Meter Höhe. Eine gekippte Kamera erzeugt stürzende Linien, und die sind der zuverlässigste Hinweis auf eine Amateuraufnahme.

Die Tageszeit

Fotografieren Sie, wenn die Sonne nicht direkt in die Fenster scheint. Bei Südfenstern ist das der Vormittag, bei Westfenstern der Vormittag ebenfalls, bei Ostfenstern der Nachmittag.

Schalten Sie das Kunstlicht ein, auch am Tag. Es füllt die Schatten und gleicht den Unterschied zwischen Fensterhelligkeit und Raumtiefe aus.

Für die Außenaufnahme gilt die umgekehrte Regel: dann, wenn die Fassade Licht bekommt. Ein Haus im Gegenlicht wirkt dunkel, gleich wie gut es aussieht.

Das Aufräumen

Alles Persönliche verschwindet: Fotos, Post, Kleidung, Zahnbürsten, Kühlschrankmagnete. Ein Interessent soll sich hineindenken, und das gelingt nicht in einer fremden Wohnung.

Alles mit Datum ebenfalls: Kalender, Zeitschriften, Werbeaufsteller. Ein Datum im Bild macht das Exposé in wenigen Monaten alt.

Und Kabel, Mülleimer, Trockner, Katzenklo. Rechnen Sie 30 bis 45 Minuten Vorbereitung je Wohnung; das ist die Zeit, die den größten Unterschied macht, und sie kostet nichts außer Absprache.

Fotografieren ohne Studio
PunktWert
Brennweiteentsprechend 24 bis 28 Millimeter Kleinbild
Kamerahöherund 1,40 Meter, waagerecht
Vermeidenstürzende Linien durch gekippte Kamera
SüdfensterVormittag
OstfensterNachmittag
Kunstlichtauch am Tag einschalten
Außenaufnahmewenn die Fassade Licht bekommt
Aus dem BildPersönliches, Datiertes, Kabel, Mülleimer
Vorbereitungszeit30 bis 45 Minuten je Wohnung
ReihenfolgeAußen, Wohnen, Küche, Schlafen, Bad, Freisitz, Grundriss
Bilder Wohnung12 bis 18
Bilder Haus18 bis 25

Die Reihenfolge im Exposé

Außenansicht, Wohnzimmer, Küche, Schlafzimmer, Bad, Balkon oder Garten, Grundriss. Diese Folge entspricht der Reihenfolge, in der Interessenten Fragen stellen.

Rechnen Sie 12 bis 18 Bilder für eine Wohnung, 18 bis 25 für ein Haus. Weniger lässt Fragen offen, mehr wird nicht angesehen.

Und legen Sie den Grundriss dazu, auch wenn er einfach ist. Er beantwortet mehr Fragen als jedes zusätzliche Foto und senkt die Zahl der Besichtigungen, die zu nichts führen.

Rechnen Sie den Ertrag dieser Vorbereitung: Wenn ein vollständiges Exposé von 8 Besichtigungen 2 überflüssige verhindert, sind das bei rund 110 Minuten je Termin über 3 Stunden je Objekt. Bei 25 Objekten im Jahr sind das rund 90 Stunden, also mehr als 2 Arbeitswochen, gewonnen aus einer besseren Bildstrecke.

Quellen

  1. Gebäudeenergiegesetz, Paragraf 87, Pflichtangaben in Immobilienanzeigen
  2. Google-Hilfe, Fotos und Videos im Unternehmensprofil

Häufige Fragen

Welche Brennweite ist richtig?

Entsprechend 24 bis 28 Millimetern im Kleinbildformat. Darunter beginnt sichtbare Verzerrung.

Wann sollte man fotografieren?

Wenn die Sonne nicht direkt in die Fenster scheint, bei Südfenstern also am Vormittag. Kunstlicht bleibt an.

Wie lange dauert die Vorbereitung?

30 bis 45 Minuten je Wohnung. Diese Zeit macht den größten Unterschied.

Wie viele Bilder gehören ins Exposé?

12 bis 18 für eine Wohnung, 18 bis 25 für ein Haus, dazu immer der Grundriss.