Eine Stornoquote ist kein Schicksal, sondern das Ergebnis von Buchungsbedingungen. Wer sie senken will, muss zuerst wissen, wann storniert wird, nicht wie oft.
Wann storniert wird
Werten Sie 12 Monate aus und tragen Sie jede Stornierung nach dem Abstand zum Anreisetag ein. In den meisten Häusern zeigen sich 3 Häufungen: direkt nach der Buchung, rund 4 Wochen vorher und in den letzten 72 Stunden.
Die erste Häufung ist harmlos, weil das Zimmer lange genug wieder verfügbar ist. Die zweite kostet, wenn der Zeitraum ohnehin schwach ist. Die dritte ist der eigentliche Verlust.
Rechnen Sie den Anteil der letzten 72 Stunden aus. Liegt er über 30 Prozent aller Stornierungen, ist die Frist zu großzügig; liegt er unter 10 Prozent, ist sie kein Problem, und Sie sollten sie nicht anfassen.
| Punkt | Wert |
|---|---|
| Auswertungszeitraum | 12 Monate, Abstand zum Anreisetag |
| Typische Häufungen | direkt nach Buchung, rund 4 Wochen vorher, letzte 72 Stunden |
| Warnschwelle | über 30 Prozent in den letzten 72 Stunden |
| Unkritisch | unter 10 Prozent in den letzten 72 Stunden |
| Wirkungslose Änderung | von 24 auf 72 Stunden |
| Wirksame Änderung | auf 7 oder 14 Tage |
| Preis einer strengeren Frist | 5 bis 10 Prozent weniger Buchungen |
| Bessere Lösung | zwei Raten statt einer strengeren Einheitsfrist |
| Pauschale, Grenze 1 | nicht höher als der gewöhnliche Schaden |
| Pauschale, Grenze 2 | Gegenbeweis ausdrücklich zulassen |
| Neuvergabe bei 14 Tagen Vorlauf | häufig über 80 Prozent |
| Neuvergabe unter 3 Tagen | häufig unter 30 Prozent |
Welche Frist etwas bewegt
Eine Verschiebung von 24 auf 72 Stunden vor Anreise wirkt kaum, weil Gäste, die kurzfristig absagen, dies ohnehin tun. Eine Verschiebung auf 7 oder 14 Tage verändert das Verhalten spürbar.
Der Preis dafür ist eine niedrigere Buchungsquote im Vorfeld. Rechnen Sie mit 5 bis 10 Prozent weniger Buchungen bei einer deutlich strengeren Frist, und stellen Sie das gegen die eingesparten Leerstände.
Deshalb ist die Zweiratenlösung meist besser als eine strengere Einheitsfrist: eine flexible Rate mit kurzer Frist und eine feste Rate mit Preisvorteil, und der Gast entscheidet selbst.
Was eine Pauschale darf
Sie ist unwirksam, wenn sie den nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge zu erwartenden Schaden übersteigt. Ersparte Aufwendungen wie Frühstück, Reinigung und Verbrauch sind abzuziehen.
Sie ist ebenfalls unwirksam, wenn dem Gast nicht ausdrücklich der Nachweis gestattet wird, ein Schaden sei nicht oder wesentlich niedriger entstanden. Dieser Satz fehlt in den meisten Bedingungen.
Staffeln Sie deshalb nach Frist. Je kürzer der Abstand zur Anreise, desto geringer die Chance auf eine Neuvergabe und desto höher die begründbare Pauschale.
Die Neuvergabe als Maßstab
Werten Sie aus, wie viele stornierte Zimmer tatsächlich neu belegt wurden, getrennt nach Vorlauf. Diese Quote ist die Begründung für jede Frist und für jede Pauschale.
In vielen Häusern liegt die Neuvergabe bei über 80 Prozent, wenn 14 Tage Vorlauf bleiben, und unter 30 Prozent bei weniger als 3 Tagen. Genau dieser Abstand rechtfertigt eine Staffelung.
Und halten Sie die Auswertung schriftlich fest. Im Streitfall ist sie der Beleg dafür, dass Ihre Pauschale nicht gegriffen, sondern gerechnet ist.
Quellen
Häufige Fragen
Wann wird am häufigsten storniert?
In drei Häufungen: direkt nach der Buchung, rund 4 Wochen vorher und in den letzten 72 Stunden. Nur die dritte kostet wirklich.
Welche Fristverschiebung wirkt?
Von 24 auf 72 Stunden kaum, auf 7 oder 14 Tage spürbar, um den Preis von 5 bis 10 Prozent weniger Buchungen.
Was darf eine Stornopauschale?
Sie darf den gewöhnlich zu erwartenden Schaden nicht übersteigen, ersparte Aufwendungen sind abzuziehen, und der Gegenbeweis muss offen bleiben.
Womit begründet man die Staffelung?
Mit der eigenen Neuvergabequote: oft über 80 Prozent bei 14 Tagen Vorlauf und unter 30 Prozent bei weniger als 3 Tagen.