Ratgeber

Recall-System für Kontrolltermine aufbauen

Sechs-Monats-Rhythmus, Erinnerung und die Quote, die ein System tatsächlich erreicht.

Recall-System für Kontrolltermine aufbauen
KI-gestützt erstellt. Mehr dazu

Ein Recall ist keine Terminerinnerung, sondern ein Ablauf. Der Unterschied zeigt sich an der Wiederkehrquote, und die schwankt zwischen Praxen um ein Vielfaches.

Der Rhythmus

Der Standard ist ein Kontrolltermin alle 6 Monate. Bei erhöhtem Risiko, etwa nach Parodontitisbehandlung, sind kürzere Abstände von 3 bis 4 Monaten üblich.

Legen Sie das Intervall je Patient fest und nicht pauschal für die ganze Kartei. Ein System, das alle 6 Monate erinnert, erzeugt bei Risikopatienten zu wenige und bei anderen zu viele Kontakte.

Bei 1.800 aktiven Patienten und einem Durchschnittsintervall von 6 Monaten sind das 3.600 Recallkontakte im Jahr, also rund 300 im Monat. Diese Zahl bestimmt, ob der Ablauf automatisiert werden muss.

Der Ablauf, der funktioniert

Terminvereinbarung direkt im Anschluss an die Behandlung, noch am Stuhl. Ein Termin, der im Kalender steht, ist der wirksamste Recall, und alles Weitere ist nur Ersatzlösung.

Für alle ohne Folgetermin: Erinnerung 4 bis 6 Wochen vor dem fälligen Intervall, mit einer konkreten Terminmöglichkeit statt einer allgemeinen Bitte.

Und eine zweite Erinnerung 48 Stunden vor dem vereinbarten Termin. Sie senkt die Zahl der versäumten Termine spürbar und kostet je Patient wenige Sekunden.

Recall aufbauen
PunktWert
Standardintervall6 Monate
Bei erhöhtem Risiko3 bis 4 Monate
Festlegungje Patient, nicht pauschal
Bei 1.800 Patienten und 6 Monaten3.600 Kontakte im Jahr, rund 300 im Monat
Wirksamster RecallFolgetermin direkt am Stuhl
Erinnerung 14 bis 6 Wochen vor Intervallende, mit Terminvorschlag
Erinnerung 248 Stunden vor dem Termin
Quote ohne Systemin vielen Praxen etwa die Hälfte
Bei 15 Prozentpunkten mehr270 zusätzliche Termine im Jahr
Terminerinnerungkeine Werbung
Einladung ohne TerminEinwilligung einholen
Zu dokumentierenEinwilligung, Kanal, Datum

Was die Quote bewegt

Ohne System liegt die Wiederkehrquote in vielen Praxen bei etwa der Hälfte der Patienten. Mit festem Folgetermin am Stuhl steigt sie deutlich, weil der Termin nicht erst erzeugt werden muss.

Rechnen Sie den Ertrag: Bei 1.800 Patienten und einer Quote, die um 15 Prozentpunkte steigt, sind das 270 zusätzliche Kontrolltermine im Jahr.

Der eigentliche Wert liegt aber nicht im Kontrolltermin, sondern in dem, was dabei gefunden wird. Eine früh erkannte Behandlungsnotwendigkeit ist für Patient und Praxis günstiger als eine späte.

Die rechtliche Seite des Versands

Eine Terminerinnerung zu einem bereits vereinbarten Termin ist keine Werbung. Eine Einladung zu einem noch nicht vereinbarten Kontrolltermin bewegt sich in einem Bereich, der eine Einwilligung nahelegt.

Holen Sie deshalb bei der Aufnahme eine Einwilligung für den Recall ein, mit Angabe des Kanals. Ein Ankreuzfeld auf dem Anmeldebogen genügt und beendet die Frage.

Dokumentieren Sie Einwilligung, Kanal und Datum in der Akte. Ohne diese 3 Angaben ist später nicht belegbar, auf welcher Grundlage kontaktiert wurde.

Quellen

  1. Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb, Paragraf 7, unzumutbare Belästigungen
  2. Bürgerliches Gesetzbuch, Paragraf 630f, Dokumentation der Behandlung

Häufige Fragen

Welches Intervall ist richtig?

6 Monate als Standard, 3 bis 4 Monate bei erhöhtem Risiko, festgelegt je Patient.

Was wirkt am stärksten?

Der Folgetermin direkt am Behandlungsstuhl. Alles andere ist Ersatzlösung.

Wie viele Kontakte entstehen?

Bei 1.800 Patienten und einem Halbjahresintervall rund 300 im Monat.

Braucht der Recall eine Einwilligung?

Eine Erinnerung an einen vereinbarten Termin nicht. Für die Einladung zu einem noch nicht vereinbarten Termin sollte eine Einwilligung vorliegen.