Eine neue Praxis wird nicht durch eine Anzeige bekannt, sondern durch eine Reihenfolge. Wer sie einhält, hat am Eröffnungstag bereits Termine im Kalender.
Die Reihenfolge
Woche minus 4: Unternehmensprofil anlegen und vollständig ausfüllen, Website online mit Sprechzeiten und Leistungsseiten, Telefon geschaltet. Ohne diese Grundlage laufen alle weiteren Schritte ins Leere.
Woche minus 3: Lokalpresse ansprechen, mit Datum, Ort, Uhrzeit und einem Bild in Druckqualität. Zwei Wochen Vorlauf sind bei Tageszeitungen üblich, Wochenblätter haben oft 7 bis 10 Tage Redaktionsschluss vor dem Erscheinen.
Woche minus 2: Nachbarschaft. Ein Schreiben an die umliegenden Haushalte mit Sprechzeiten und der Angabe, ob neue Patienten angenommen werden.
Woche minus 1: Kolleginnen und Kollegen im Ort, Hausärzte, Apotheken. Der persönliche Besuch wirkt hier stärker als jedes Schreiben.
| Woche | Schritt |
|---|---|
| Minus 4 | Unternehmensprofil, Website, Telefon |
| Minus 3 | Lokalpresse mit Datum, Ort, Uhrzeit, Bild |
| Vorlauf Tageszeitung | 2 Wochen |
| Redaktionsschluss Wochenblatt | 7 bis 10 Tage vor Erscheinen |
| Minus 2 | Schreiben an die Nachbarschaft |
| Minus 1 | Kollegen, Hausärzte, Apotheken persönlich |
| Presse, erste drei Zeilen | Geschichte, Datum, Ort, Uhrzeit |
| Tragende Geschichte | Ort, Team oder konkrete Zahlen |
| Nachbarschaftsschreiben | Sprechzeiten, Anschrift, Telefon, Leistungen, Aufnahmestatus |
| Haushalte im Umkreis | 1.500 bis 3.000 |
| Erste 4 Wochen | Kapazität für Neupatienten freihalten |
| Ab dem ersten Tag | Bewertungen erfragen |
Was in die Mitteilung an die Presse gehört
Ein Satz zur Geschichte, dann Datum, Ort, Uhrzeit. Diese 4 Angaben stehen in den ersten 3 Zeilen, alles andere darunter.
Als Geschichte trägt der Ort, das Team oder eine Zahl: wie viele Behandlungsplätze, wie viele Beschäftigte, wie lange der Umbau gedauert hat. Konkrete Zahlen werden fast immer übernommen.
Beachten Sie dabei die Grenzen der Heilmittelwerbung: keine Aussagen, die nahelegen, dass die Gesundheit durch das Unterlassen einer Behandlung beeinträchtigt würde, und keine Äußerungen Dritter.
Das Schreiben an die Nachbarschaft
Sprechzeiten, Anschrift, Telefonnummer, Leistungsspektrum in Stichworten und die Angabe, ob neue Patienten angenommen werden. Fünf Angaben, mehr wird nicht gelesen.
Ein Ansprechpartner mit Namen. Ein Schreiben ohne Namen wirkt wie ein Wurfzettel, eines mit Namen wie eine Vorstellung.
Rechnen Sie mit 1.500 bis 3.000 Haushalten im Umkreis. Das ist die Größenordnung, in der ein Schreiben sinnvoll ist, und sie deckt sich mit dem, was eine Praxis an Einzugsgebiet realistisch bedient.
Die ersten Wochen
Halten Sie Kapazität frei. Eine Praxis, die in den ersten 4 Wochen ausgebucht ist und Neupatienten auf 6 Wochen vertröstet, verliert genau die, die sie gewinnen wollte.
Fragen Sie jeden Neupatienten, wie er auf die Praxis aufmerksam wurde. Eine Frage, eine Zeile in der Akte, und nach 3 Monaten wissen Sie, welcher der 4 Schritte gewirkt hat.
Und beginnen Sie sofort mit den Bewertungen. Eine neue Praxis mit 4 Bewertungen wirkt anders als eine mit 40, und die Zahl steigt nur, wenn ab dem ersten Tag gefragt wird.
Quellen
Häufige Fragen
Womit fängt man an?
Vier Wochen vorher mit Unternehmensprofil, Website und Telefon. Ohne diese Grundlage laufen alle weiteren Schritte ins Leere.
Wie viel Vorlauf braucht die Presse?
Zwei Wochen bei Tageszeitungen, bei Wochenblättern 7 bis 10 Tage Redaktionsschluss vor dem Erscheinen.
Was steht im Schreiben an die Nachbarschaft?
Sprechzeiten, Anschrift, Telefon, Leistungen in Stichworten und ob neue Patienten angenommen werden.
Was ist in den ersten Wochen wichtig?
Kapazität für Neupatienten freihalten und ab dem ersten Tag um Bewertungen bitten.