Angst entsteht aus Ungewissheit, nicht aus Schmerz. Wer den Ablauf beschreibt, nimmt die Ungewissheit weg, und das ist wirksamer als jede Beruhigung.
Warum die Beschreibung wirkt
Ein Patient mit Behandlungsangst hat ein konkretes Bild im Kopf, meist aus einer früheren Erfahrung. Eine allgemeine Beruhigung ersetzt dieses Bild nicht, eine genaue Beschreibung tut es.
Beschreiben Sie deshalb den ersten Termin Schritt für Schritt: Ankunft, Aufnahme, Gespräch im Sitzen, Untersuchung, Besprechung. Fünf Schritte, jeder in 1 bis 2 Sätzen.
Der wichtigste Schritt ist das Gespräch im Sitzen, also nicht im Behandlungsstuhl. Wer diesen Punkt nennt, beantwortet die häufigste unausgesprochene Sorge.
Was auf die Seite gehört
Der Ablauf des ersten Termins, was beim ersten Mal nicht passiert, welche Möglichkeiten der Schmerzausschaltung bestehen, wie ein Abbruchsignal vereinbart wird und wie lange der Termin dauert.
Das Abbruchsignal ist der Punkt mit der stärksten Wirkung. Die Zusage, dass eine Handbewegung genügt und dass die Behandlung dann tatsächlich unterbrochen wird, nimmt das Gefühl des Ausgeliefertseins.
Und eine Angabe zur Dauer. Ein Termin mit bekannter Länge ist erträglicher als einer mit offenem Ende, und diese Angabe kostet nichts.
| Punkt | Inhalt oder Wert |
|---|---|
| Ursache der Angst | Ungewissheit, nicht Schmerz |
| Wirksam | genaue Beschreibung statt allgemeiner Beruhigung |
| Ablauf in Schritten | Ankunft, Aufnahme, Gespräch im Sitzen, Untersuchung, Besprechung |
| Wichtigster Punkt | Gespräch im Sitzen, nicht im Behandlungsstuhl |
| Auf die Seite | Ablauf, was nicht passiert, Schmerzausschaltung, Abbruchsignal, Dauer |
| Stärkste Zusage | das vereinbarte Abbruchsignal |
| Nicht auf die Seite 1 | Werbung mit Angst vor Folgen |
| Nicht auf die Seite 2 | Äußerungen Dritter |
| Nicht auf die Seite 3 | Heilungsversprechen |
| Terminlage | am Rand, nicht in der Mitte des Vormittags |
| Dauer des Ersttermins | 30 statt 15 Minuten |
| In der Akte | Vermerk, damit nichts wiederholt erklärt werden muss |
Was nicht auf die Seite gehört
Aussagen, die nahelegen, dass die Gesundheit durch das Unterlassen einer Behandlung beeinträchtigt würde. Werbung mit Angst ist untersagt, und bei Angstpatienten ist sie zusätzlich kontraproduktiv.
Äußerungen Dritter, insbesondere Dank-, Anerkennungs- oder Empfehlungsschreiben, sind in der Werbung außerhalb der Fachkreise eingeschränkt. Der Erfahrungsbericht eines geheilten Angstpatienten fällt in diesen Bereich.
Und Heilungsversprechen. Beschreiben Sie den Ablauf, nicht das Ergebnis, und die Seite bleibt sachlich und rechtlich unproblematisch zugleich.
Was im Haus dazugehört
Ein Ablauf für die Terminvergabe: Angstpatienten brauchen den ersten Termin am Rand, nicht in der Mitte eines vollen Vormittags, und sie brauchen mehr Zeit.
Rechnen Sie 30 statt 15 Minuten für den Ersttermin. Diese zusätzlichen 15 Minuten sind die Investition, die über die gesamte Behandlungsserie entscheidet.
Und ein Vermerk in der Akte. Ein Patient, der beim zweiten Termin von vorn erklären muss, warum er Angst hat, hat den Eindruck vom ersten Termin bereits verloren.
Quellen
Häufige Fragen
Was hilft Angstpatienten am meisten?
Eine genaue Beschreibung des Ablaufs. Angst entsteht aus Ungewissheit, nicht aus Schmerz.
Welcher Punkt wirkt am stärksten?
Das vereinbarte Abbruchsignal und die Zusage, dass die Behandlung dann tatsächlich unterbrochen wird.
Was darf nicht auf die Seite?
Werbung mit Angst vor Folgen, Äußerungen Dritter und Heilungsversprechen.
Was ändert sich in der Terminplanung?
Der Ersttermin liegt am Rand und dauert 30 statt 15 Minuten.