Ratgeber

Chartersaison: Vor- und Nachsaison im Preisvergleich

Preisstaffelung über die Saison, ihre Wirkung auf die Auslastung und die Angaben, die dabei vollständig sein müssen.

Chartersaison: Vor- und Nachsaison im Preisvergleich
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Die Hauptsaison verkauft sich von selbst. Der Ertrag einer Saison entscheidet sich in den 8 bis 10 Wochen davor und danach, und dort entscheidet der Preis.

Die Struktur der Saison

Im Mittelmeer liegen die Randzeiten typischerweise von Mitte April bis Anfang Juni und von Mitte September bis Ende Oktober, die Hauptsaison von Anfang Juli bis Ende August.

Der Preisunterschied zwischen Rand- und Hauptzeit liegt in der Praxis bei 35 bis 55 Prozent. Bei einem Wochenpreis von 8.500 Euro in der Hauptsaison sind das 3.800 bis 5.500 Euro in der Vorsaison.

Die Auslastung folgt dieser Kurve nicht linear. Hauptsaison erreicht regelmäßig 100 Prozent, Randzeiten je nach Revier 40 bis 70 Prozent, und genau diese Lücke ist der Hebel.

Die Staffelung

Arbeiten Sie mit 4 Stufen statt 2: Vorsaison, Zwischensaison, Hauptsaison, Nachsaison. Zwei Stufen erzeugen einen Sprung, an dem die Buchungen abreißen.

Setzen Sie die Zwischenstufen so, dass der Unterschied zur nächsten Woche höchstens 20 Prozent beträgt. Größere Sprünge verschieben Buchungen nur, sie erzeugen keine neuen.

Und rechnen Sie die Wechseltage mit. Eine Yacht, die nur samstags wechselt, verliert bei einer Anfrage für Dienstag bis Dienstag die gesamte Buchung, und in den Randzeiten sind das erfahrungsgemäß 15 bis 25 Prozent der Anfragen.

Saison und Preis
PunktWert
Randzeiten MittelmeerMitte April bis Anfang Juni, Mitte September bis Ende Oktober
HauptsaisonAnfang Juli bis Ende August
Preisunterschied35 bis 55 Prozent
Beispiel Hauptsaison8.500 Euro je Woche
Beispiel Vorsaison3.800 bis 5.500 Euro
Auslastung Hauptsaisonregelmäßig 100 Prozent
Auslastung Randzeiten40 bis 70 Prozent
Stufen4 statt 2
Höchster Sprung je Woche20 Prozent
Wechseltageflexible Termine in den Randzeiten
Verlorene Anfragen ohne Flexibilität15 bis 25 Prozent
PreisangabeGesamtpreis mit allen Pflichtbestandteilen
Getrennt möglichoptionale Leistungen, als solche erkennbar
Steuerungmonatlicher Vergleich mit dem Vorjahr

Die Preisangaben

Der Gesamtpreis ist anzugeben, also der Preis einschließlich Umsatzsteuer und aller Preisbestandteile. Endreinigung, Kurtaxe, Zustellpauschalen und obligatorische Pakete gehören dazu.

Unlauter handelt, wer eine wesentliche Information vorenthält, die der Verbraucher benötigt, um eine informierte geschäftliche Entscheidung zu treffen. Als Vorenthalten gilt auch die Bereitstellung in unklarer oder zweideutiger Weise.

Praktisch heißt das: Pflichtnebenkosten gehören in die angezeigte Zahl, nicht in eine Fußnote. Optionale Leistungen dürfen getrennt ausgewiesen werden, müssen aber als optional erkennbar sein.

Die Steuerung über die Saison

Prüfen Sie den Buchungsstand je Woche gegen den Vorjahresstand, einmal im Monat. Vier Zahlen je Woche: gebucht, optioniert, frei, Vorjahr.

Reagieren Sie erst ab einem Rückstand von 2 Wochen im Vergleich, nicht bei jeder Abweichung. Frühe Preissenkungen erziehen Stammkunden zum Warten.

Und senken Sie in den Randzeiten zuerst, nicht in der Hauptsaison. Eine Yacht mit 22 gebuchten Wochen statt 18 hat bei einem Randwochenpreis von 4.500 Euro rund 18.000 Euro Mehrertrag, ohne dass der Hauptsaisonpreis berührt wird.

Quellen

  1. Preisangabenverordnung, Paragraf 3, Gesamtpreise
  2. Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb, Paragraf 5a, Irreführung durch Unterlassen

Häufige Fragen

Wie groß ist der Preisunterschied zur Hauptsaison?

In der Praxis 35 bis 55 Prozent.

Wie viele Preisstufen sind sinnvoll?

Vier, mit höchstens 20 Prozent Unterschied zwischen benachbarten Wochen.

Was gehört in den angezeigten Preis?

Alle Pflichtbestandteile wie Endreinigung und obligatorische Pakete.

Wo senkt man zuerst?

In den Randzeiten. Der Hauptsaisonpreis bleibt unberührt.