Ein Eigner gibt seine Yacht nicht aus Sympathie in die Charter. Er gibt sie, wenn die Rechnung aufgeht, und die Rechnung besteht aus 3 Zahlen: Auslastung, Kostenübernahme und Eigennutzung.
Die drei Zahlen
Erstens die erwartete Auslastung in Wochen, getrennt nach Haupt- und Randsaison. Zweitens der Anteil der Betriebskosten, den die Charter trägt. Drittens die Zahl der Wochen für die Eigennutzung.
Bei 18 Chartewochen zu durchschnittlich 6.200 Euro sind das 111.600 Euro Umsatz. Nach Provision, Basiskosten, Wartung, Versicherung und Liegeplatz bleibt je nach Modell ein Deckungsbeitrag, der die laufenden Kosten meist vollständig trägt.
Nennen Sie die Zahlen konservativ. Ein Eigner, der 22 Wochen erwartet und 16 erhält, kündigt nach der ersten Saison; einer, dem 16 angekündigt wurden und der 18 bekommt, bleibt.
Die steuerliche Seite
Eine selbständige nachhaltige Betätigung mit Gewinnerzielungsabsicht, die sich als Beteiligung am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr darstellt, ist Gewerbebetrieb.
Fehlt die Gewinnerzielungsabsicht, liegt keine steuerlich beachtliche Tätigkeit vor, und Verluste werden nicht anerkannt. Bei Yachten prüft die Finanzverwaltung diesen Punkt regelmäßig.
Weisen Sie Eigner deshalb auf die Notwendigkeit einer belastbaren Prognose hin und empfehlen Sie steuerliche Beratung. Ein Vercharterer, der steuerliche Zusagen macht, übernimmt ein Risiko, das er nicht steuern kann.
| Punkt | Wert oder Regel |
|---|---|
| Zahl 1 | erwartete Wochen nach Saison getrennt |
| Zahl 2 | Anteil der getragenen Betriebskosten |
| Zahl 3 | Wochen für die Eigennutzung |
| Beispiel | 18 Wochen zu 6.200 Euro, 111.600 Euro Umsatz |
| Grundregel | konservativ ankündigen |
| Steuerlich | Gewerbebetrieb setzt Gewinnerzielungsabsicht voraus |
| Ohne Gewinnabsicht | keine Anerkennung von Verlusten |
| Empfehlung | steuerliche Beratung des Eigners |
| Boot | Kennzeichnung, Bootszeugnis, Ausrüstung |
| Pflicht | stets verkehrssicherer Zustand |
| Vertraglich zu klären | wer diese Pflicht übernimmt |
| Versicherung | gewerbliche Nutzung ausdrücklich eingeschlossen |
| Angebot | 6 Positionen schriftlich |
| Aufwand je Gespräch | 3 bis 5 Stunden |
Was der Eigner an Pflichten übernimmt
Das Boot muss die vorgeschriebenen Kennzeichnungen und ein Bootszeugnis besitzen, dessen Bedingungen erfüllen und die vorgeschriebene Ausrüstung an Bord haben.
Der Unternehmer hat das Boot und seine Ausrüstung stets in verkehrssicherem Zustand zu erhalten. Wer diese Rolle übernimmt, ist im Vertrag festzulegen, denn die Pflicht trifft den Vermieter.
Und die Versicherung muss die gewerbliche Nutzung ausdrücklich einschließen. Eine private Police über eine vercharterte Yacht ist der häufigste Fehler in dieser Konstellation.
Das Gespräch
Ein schriftliches Angebot mit 6 Positionen: erwartete Wochen, Preisstaffel, Provisionsmodell, übernommene Kosten, Eigennutzungswochen, Laufzeit des Vertrags.
Dazu die Abrechnung eines Beispieljahres, vollständig durchgerechnet. Ein Eigner entscheidet anhand des Ergebnisses und nicht anhand des Provisionssatzes.
Rechnen Sie 3 bis 5 Stunden je Eignergespräch samt Vorbereitung. Bei 12 Ansprachen im Jahr sind das rund 48 Stunden, aus denen erfahrungsgemäß 2 bis 4 Yachten in die Flotte kommen.
Sprechen Sie dabei zuerst die Eigner an, deren Yacht nachweislich wenig bewegt wird. Eine Yacht mit 60 Betriebsstunden im Jahr kostet den Eigner denselben Liegeplatz und dieselbe Versicherung wie eine mit 500, und dieser Vergleich ist das stärkste Argument im gesamten Gespräch.
Quellen
Häufige Fragen
Welche drei Zahlen entscheiden?
Erwartete Chartewochen, Anteil der getragenen Betriebskosten und Wochen für die Eigennutzung.
Warum konservativ rechnen?
Weil ein Eigner, dessen Erwartung verfehlt wird, nach der ersten Saison kündigt.
Was ist steuerlich zu beachten?
Ohne Gewinnerzielungsabsicht liegt kein Gewerbebetrieb vor und Verluste werden nicht anerkannt.
Welcher Versicherungsfehler ist häufig?
Eine private Police über eine vercharterte Yacht ohne Einschluss der gewerblichen Nutzung.