Die meisten Übernahmen einer Firmenwebsite laufen nicht über eine Lücke im Programm, sondern über ein Kennwort, das anderswo bereits abgeflossen ist. Ein zweiter Faktor macht diesen Weg wertlos.
Warum das Kennwort nicht reicht
Kennwörter werden wiederverwendet. Ein Zugang, der bei einem fremden Dienst abgeflossen ist, wird automatisiert bei anderen Diensten ausprobiert, und bei Firmenwebsites mit gleichnamigen Konten funktioniert das erstaunlich oft.
Automatisierte Anmeldeversuche laufen dauerhaft. Auf einer üblichen Firmenwebsite sind mehrere hundert Versuche am Tag normal, ohne dass jemand es bemerkt.
Ein zweiter Faktor beendet diesen gesamten Angriffsweg. Er ist die einzige Maßnahme mit diesem Verhältnis von Aufwand zu Wirkung.
Die möglichen Faktoren
Ein zeitbasierter Einmalcode aus einer App, ein Hardwareschlüssel, ein Code per Nachricht. Drei Verfahren mit unterschiedlicher Sicherheit.
Der Code per Nachricht ist der schwächste, weil er über den Mobilfunkanschluss abgefangen werden kann. Er ist trotzdem besser als kein zweiter Faktor.
Der Hardwareschlüssel ist der stärkste und der einzige, der auch gegen nachgebaute Anmeldeseiten schützt, weil er die Adresse prüft, an die er antwortet.
| Punkt | Regel oder Wert |
|---|---|
| Hauptrisiko | wiederverwendete Kennwörter |
| Angriffsart | automatisiertes Ausprobieren |
| Übliche Versuche am Tag | mehrere hundert |
| Faktor 1 | zeitbasierter Einmalcode aus einer App |
| Faktor 2 | Hardwareschlüssel |
| Faktor 3 | Code per Nachricht |
| Schwächster | der Code per Nachricht |
| Stärkster | der Hardwareschlüssel |
| Grund | er prüft die Adresse der Anmeldeseite |
| Notfallzugang | Wiederherstellungscodes |
| Zahl | 8 bis 10, außerhalb des Systems aufbewahren |
| Zu regeln | wer im Betrieb Zugang hat |
| Konten | je Person statt gemeinsam |
| Rechte | Rollen statt Vollzugriff |
| Sperre | nach 5 Fehlversuchen für 15 Minuten |
Der Notfallzugang
Jedes Verfahren braucht einen Weg zurück, wenn das Gerät verloren geht. Ohne ihn ist die eigene Website nach einem Handywechsel unerreichbar.
Legen Sie Wiederherstellungscodes an, drucken Sie sie aus und bewahren Sie sie außerhalb des Systems auf. Acht bis 10 Codes sind üblich, und sie sind wie ein Schlüssel zu behandeln.
Regeln Sie außerdem, wer im Betrieb Zugang hat. Ein einziges Konto mit einem einzigen zweiten Faktor bei einer einzigen Person ist ein Ausfallrisiko und kein Sicherheitsgewinn.
Was dazugehört
Getrennte Konten je Person statt eines gemeinsamen. Nur so ist nachvollziehbar, wer was geändert hat, und nur so lässt sich ein einzelner Zugang entziehen.
Rollen statt Vollzugriff. Wer Inhalte pflegt, braucht keine Rechte für Erweiterungen und Aktualisierungen. Bei einer Firmenwebsite mit 4 Redakteuren ist das eine Einstellung von 10 Minuten.
Und eine Begrenzung der Anmeldeversuche. Nach 5 Fehlversuchen eine Sperre von 15 Minuten senkt die automatisierten Versuche auf ein Maß, das die Protokolle wieder lesbar macht.
Rechnen Sie den Aufwand: Einrichtung des zweiten Faktors rund 15 Minuten je Person, bei 5 Zugängen also gut 1 Stunde, dazu 20 Minuten für Rollen und Sperre. Anderthalb Stunden einmalig gegen einen Angriffsweg, über den erfahrungsgemäß der größte Teil aller Übernahmen läuft, ist das beste Verhältnis in der gesamten Absicherung einer Firmenwebsite.
Quellen
Häufige Fragen
Warum reicht ein Kennwort nicht?
Weil Kennwörter wiederverwendet werden und automatisiert bei anderen Diensten ausprobiert werden.
Welcher zweite Faktor ist der stärkste?
Der Hardwareschlüssel, weil er die Adresse der Anmeldeseite prüft.
Was gehört zum Notfallzugang?
Acht bis zehn Wiederherstellungscodes, ausgedruckt und außerhalb des Systems aufbewahrt.
Was gehört zusätzlich dazu?
Getrennte Konten je Person, Rollen statt Vollzugriff und eine Sperre nach fünf Fehlversuchen.