Ratgeber

Backup-Strategie nach der 3-2-1-Regel

Drei Kopien, zwei Medien, eine außer Haus, und der Test, der aus einer Sicherung eine Wiederherstellung macht.

Backup-Strategie nach der 3-2-1-Regel
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Eine Sicherung, die nie zurückgespielt wurde, ist keine Sicherung, sondern eine Vermutung. Der Test ist der Teil, den fast alle auslassen, und der einzige, der im Ernstfall zählt.

Die Regel

Drei Kopien der Daten, auf zwei verschiedenen Medien, davon eine außer Haus. Diese Aufteilung deckt die drei häufigsten Verlustursachen ab: Bedienfehler, Defekt und Ereignis am Standort.

Für eine Firmenwebsite heißt das: das laufende System, eine Sicherung beim Anbieter, eine Sicherung an einem anderen Ort. Die dritte fehlt in den meisten Betrieben.

Eine Sicherung beim selben Anbieter auf demselben Server ist keine zweite Kopie. Fällt der Server aus oder wird das Konto gesperrt, fehlen beide gleichzeitig.

Was gesichert wird

Datenbank und Dateien, und zwar zusammen und zum selben Zeitpunkt. Eine Datenbank vom Montag mit Dateien vom Freitag ergibt einen Zustand, den es nie gegeben hat.

Dazu die Konfiguration: Anbieterzugang, Domainverwaltung, Zertifikate, Zugangsdaten. Vier Angaben, die nicht in der Sicherung stecken und ohne die eine Wiederherstellung nicht beginnt.

Bewahren Sie mehrere Stände auf, nicht nur den letzten. Ein Schadprogramm, das seit 3 Wochen im System liegt, ist in der Sicherung von gestern ebenfalls enthalten.

Sicherung und Wiederherstellung
PunktWert oder Regel
Kopien3
Medien2 verschiedene
Außer Haus1
Abgedeckte UrsachenBedienfehler, Defekt, Ereignis am Standort
Fehlt meistdie Kopie an einem anderen Ort
Keine zweite KopieSicherung auf demselben Server
Zu sichernDatenbank und Dateien zum selben Zeitpunkt
ZusätzlichAnbieterzugang, Domain, Zertifikate, Zugangsdaten
Takt bei Änderungentäglich
Takt bei statischer Seitewöchentlich
Zusätzlichvor jeder Aktualisierung
Aufbewahrung7 Tages-, 4 Wochen-, 6 Monatsstände
Summe17 Stände, rund ein halbes Jahr
Platzbedarf bei 2 Gigabyterund 34 Gigabyte
Testzweimal im Jahr, 60 bis 120 Minuten

Der Takt und die Aufbewahrung

Tägliche Sicherung bei einer Website mit laufenden Änderungen, wöchentlich bei einer statischen Firmenseite. Zusätzlich vor jeder Aktualisierung.

Bewahren Sie 7 Tagesstände, 4 Wochenstände und 6 Monatsstände auf. Das sind 17 Stände und deckt einen Zeitraum von rund einem halben Jahr ab.

Rechnen Sie den Platzbedarf: Bei 2 Gigabyte je Stand sind 17 Stände rund 34 Gigabyte. Das ist bei heutigen Preisen kein Kostenargument mehr.

Der Test

Zweimal im Jahr eine vollständige Wiederherstellung auf einer Kopie, mit Stoppuhr. Notieren Sie die Dauer; sie ist die Antwort auf die Frage, wie lange eine Website im Ernstfall ausfällt.

Prüfen Sie danach 6 Punkte: Startseite, Unterseite, Formular, Anmeldung, Bilder, Verweise. Erst wenn alle 6 stimmen, war die Wiederherstellung erfolgreich.

Rechnen Sie 60 bis 120 Minuten je Test. Bei 2 Tests im Jahr sind das rund 4 Stunden, und sie entscheiden darüber, ob die übrigen 360 Sicherungen des Jahres etwas wert sind.

Quellen

  1. Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, IT-Grundschutz
  2. Abgabenordnung, Paragraf 147, Ordnungsvorschriften für die Aufbewahrung

Häufige Fragen

Was besagt die Regel?

Drei Kopien, zwei verschiedene Medien, eine außer Haus.

Warum reicht eine Sicherung beim Anbieter nicht?

Weil bei einem Serverausfall oder einer Kontosperrung beide gleichzeitig fehlen.

Wie viele Stände sollte man aufbewahren?

Sieben Tages-, vier Wochen- und sechs Monatsstände, zusammen 17.

Wie oft wird der Ernstfall geprobt?

Zweimal im Jahr, mit vollständiger Wiederherstellung und Stoppuhr.