Ratgeber

Wasserdichtigkeit nach einer Uhrenreparatur prüfen

Warum jede geöffnete Uhr neu geprüft werden muss, welche Angaben zulässig sind und was die Prüfung belegt.

Wasserdichtigkeit nach einer Uhrenreparatur prüfen
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Eine Uhr, die geöffnet war, ist bis zum Beweis des Gegenteils nicht mehr dicht. Wer sie ohne Prüfung zurückgibt und die alte Angabe stehen lässt, gibt eine Zusage ab, die er nicht geprüft hat.

Was beim Öffnen passiert

Dichtungen werden gequetscht, verdreht oder beim Herausnehmen beschädigt. Eine Dichtung altert außerdem: Sie verliert Weichmacher, wird hart und verliert an Anpressfähigkeit.

Deshalb gehören Boden-, Kronen- und Glasdichtung bei jeder Öffnung auf den Prüfstand und im Zweifel in den Tausch. Bei älteren Uhren ist der Tausch der Regelfall, nicht die Ausnahme.

Auch das Verschließen ist Teil der Dichtheit. Ein nicht auf Drehmoment angezogener Schraubboden ist eine der häufigsten Ursachen für Feuchtigkeit nach einer Reparatur.

Die Prüfung

Üblich sind zwei Verfahren: eine Trockenprüfung mit Über- oder Unterdruck, bei der die Verformung des Gehäuses gemessen wird, und eine Nassprüfung, bei der die Uhr unter Druck in Wasser getaucht wird.

Die Trockenprüfung geht dem Wasser aus dem Weg und ist deshalb der erste Schritt. Die Nassprüfung findet feinste Leckagen, bringt aber Wasser an das Gehäuse und wird deshalb meist als zweiter Schritt eingesetzt.

Prüfen Sie nach dem Verschließen und nicht davor. Eine Prüfung vor dem Einsetzen des Werks belegt nichts über den Zustand, in dem die Uhr das Haus verlässt.

Wasserdichtigkeit nach der Reparatur
PunktRegel oder Wert
Beim Öffnen betroffenBoden-, Kronen- und Glasdichtung
AlterungDichtung wird hart, verliert Anpressfähigkeit
Bei älteren UhrenTausch ist der Regelfall
Häufige UrsacheSchraubboden ohne Drehmoment angezogen
Verfahren 1Trockenprüfung mit Druckdifferenz
Verfahren 2Nassprüfung unter Druck
Reihenfolgeerst trocken, dann nass
Zeitpunktnach dem Verschließen
Rechtsnatur der AngabeBeschaffenheitsangabe
Auf der RechnungDatum, Prüfdruck, Verfahren
Angabe in BarPrüfdruck im Labor, kein Alltagsversprechen
Zusätzliche BelastungWarmwasser, Seife, Temperaturwechsel, Krone unter Wasser
Wiederholungsprüfungalle 12 bis 24 Monate
Ohne Öffnungkeine Dichtheit bestätigen

Was Sie dem Kunden sagen dürfen

Unlauter handelt, wer eine irreführende geschäftliche Handlung vornimmt, die geeignet ist, den Verbraucher zu einer geschäftlichen Entscheidung zu veranlassen, die er sonst nicht getroffen hätte.

Die Angabe einer Wasserdichtigkeit ist eine Beschaffenheitsangabe. Sie darf nur so weit reichen, wie die Prüfung sie trägt, und sie ist an den Zeitpunkt der Prüfung gebunden.

Formulieren Sie deshalb mit Datum und Prüfwert statt mit einer Eigenschaft: geprüft am, bis zu welchem Druck, mit welchem Verfahren. Drei Angaben auf der Rechnung.

Die Aufklärung über den Alltag

Eine Angabe in Bar ist ein Prüfdruck im Labor, kein Versprechen für die Badewanne. Warmwasser, Seife, Temperaturwechsel und Betätigen der Krone unter Wasser beanspruchen die Dichtungen zusätzlich.

Empfehlen Sie eine Wiederholungsprüfung in Abständen, üblicherweise alle 12 bis 24 Monate bei Uhren, die tatsächlich mit Wasser in Berührung kommen.

Und halten Sie fest, was Sie nicht geprüft haben. Wird eine Uhr nur am Werk repariert und das Gehäuse nicht geöffnet, gehört genau dieser Satz auf die Rechnung, statt eine Dichtheit zu bestätigen, die niemand gemessen hat.

Kalkulieren Sie die Prüfung als eigene Position. Dichtungssatz, Prüfzeit und Protokoll liegen bei einer üblichen Dreizeigeruhr zusammen bei 20 bis 40 Minuten; bei 300 Reparaturen im Jahr, von denen etwa 200 das Gehäuse öffnen, sind das rund 100 Stunden. Wer diese Zeit nicht ausweist, verschenkt sie, und wer sie einspart, gibt eine Zusage ohne Messung ab.

Quellen

  1. Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb, Paragraf 5, irreführende geschäftliche Handlungen
  2. Bürgerliches Gesetzbuch, Paragraf 633, Sach- und Rechtsmangel

Häufige Fragen

Warum nach jeder Öffnung prüfen?

Weil Dichtungen beim Öffnen beschädigt werden und altern. Ohne Prüfung ist die Dichtheit unbelegt.

Welche Verfahren gibt es?

Trockenprüfung mit Druckdifferenz und Nassprüfung unter Druck, in dieser Reihenfolge.

Was gehört auf die Rechnung?

Datum der Prüfung, Prüfdruck und Verfahren.

Was bedeutet eine Angabe in Bar?

Einen Prüfdruck unter Laborbedingungen, kein Versprechen für Warmwasser oder Seife.