Ratgeber

Perlenarten unterscheiden und kennzeichnen

Naturperle, Zuchtperle und Imitation, und warum die Bezeichnung nicht abgekürzt werden darf.

Perlenarten unterscheiden und kennzeichnen
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Der Unterschied zwischen einer Zuchtperle und einer Naturperle ist für das Auge nicht zu sehen und für den Preis entscheidend. Genau deshalb ist die Bezeichnung so streng.

Die drei Gruppen

Naturperlen entstehen ohne menschliches Zutun und sind heute sehr selten. Zuchtperlen entstehen, weil ein Kern oder ein Gewebestück eingebracht wurde; sie machen praktisch den gesamten Handel aus.

Imitationen bestehen aus Glas, Kunststoff oder Perlmuttmehl mit einer Beschichtung. Sie sind keine Perlen und dürfen auch nicht so genannt werden.

Innerhalb der Zuchtperlen unterscheidet der Handel nach Herkunft und Verfahren, etwa Süßwasser gegen Salzwasser und kernhaltig gegen kernlos. Diese Merkmale bestimmen Form, Größe und Preis.

Die Bezeichnungspflicht

Unlauter handelt, wer eine irreführende geschäftliche Handlung vornimmt. Bei Perlen entsteht die Irreführung typischerweise durch Weglassen des Wortes Zucht.

Als Vorenthalten wesentlicher Informationen gilt auch die Bereitstellung in unklarer, unverständlicher oder zweideutiger Weise. Das Wort Perle allein für eine Zuchtperle erfüllt diesen Tatbestand.

Verwenden Sie deshalb die vollständige Bezeichnung an jeder Stelle: Preisschild, Rechnung, Website, Anzeige. Vier Stellen, an denen dieselbe Formulierung stehen muss.

Perlen bezeichnen
PunktRegel oder Wert
Naturperleohne menschliches Zutun entstanden, sehr selten
ZuchtperleKern oder Gewebestück eingebracht
ImitationGlas, Kunststoff oder Perlmuttmehl mit Beschichtung
Imitation nennennicht als Perle
UnterscheidungSüßwasser gegen Salzwasser
Unterscheidungkernhaltig gegen kernlos
Häufigste IrreführungWeglassen des Wortes Zucht
Vollständige Bezeichnungauf Preisschild, Rechnung, Website, Anzeige
Merkmal 1Lüster
Merkmal 2Oberfläche
Merkmal 3Form
Merkmal 4Farbe
Merkmal 5Größe in Millimetern
Merkmal 6Dicke der Perlmuttschicht
Neufädeln bei täglichem Tragenalle 1 bis 2 Jahre

Die Merkmale in der Praxis

Lüster, Oberfläche, Form, Farbe, Größe und die Dicke der Perlmuttschicht. Sechs Merkmale, die zusammen den Wert bestimmen.

Die Dicke der Perlmuttschicht ist das Merkmal mit der größten Wirkung auf die Haltbarkeit und zugleich das, das von außen am schlechtesten zu beurteilen ist. Bei kernhaltigen Zuchtperlen entscheidet sie darüber, ob eine Perle nach Jahren noch trägt.

Größe wird in Millimetern angegeben, üblicherweise in Halbmillimeterschritten. Bei einem Collier mit gleichmäßig abgestuften Perlen ist die Angabe der Spanne die ehrlichere Auskunft als eine einzelne Zahl.

Pflege und Aufklärung

Perlen sind gegen Säuren, Kosmetika und Ultraschall empfindlich. Ein Hinweis dazu gehört zum Verkauf, nicht in ein Faltblatt, das niemand mitnimmt.

Empfehlen Sie das Neufädeln in Abständen, abhängig von der Tragehäufigkeit. Bei täglichem Tragen ist ein Abstand von 1 bis 2 Jahren üblich, bei seltenem Tragen deutlich länger.

Und dokumentieren Sie die Aufklärung mit 1 Zeile auf der Rechnung. Bei einem Schaden nach 3 Jahren ist das der Unterschied zwischen einer Kulanzfrage und einer Gewährleistungsdiskussion.

Quellen

  1. Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb, Paragraf 5, irreführende geschäftliche Handlungen
  2. Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb, Paragraf 5a, Irreführung durch Unterlassen

Häufige Fragen

Was unterscheidet Natur- und Zuchtperle?

Bei der Zuchtperle wurde ein Kern oder ein Gewebestück eingebracht. Naturperlen entstehen ohne menschliches Zutun.

Darf eine Imitation Perle heißen?

Nein. Sie besteht aus Glas, Kunststoff oder beschichtetem Perlmuttmehl.

Welches Merkmal entscheidet über die Haltbarkeit?

Die Dicke der Perlmuttschicht, und sie ist von außen am schlechtesten zu beurteilen.

Wie oft sollte neu gefädelt werden?

Bei täglichem Tragen alle ein bis zwei Jahre, bei seltenem Tragen deutlich seltener.