Zwei Ringe mit derselben Zahl im Stempel können völlig verschieden aussehen und sich verschieden verhalten. Die Zahl nennt nur den Goldanteil, nicht den Rest.
Was die Zahl sagt
Der Feingehalt wird in Tausendteilen angegeben. 750 bedeutet 75 Prozent Gold, 585 bedeutet 58,5 Prozent, 333 bedeutet 33,3 Prozent.
Bei goldenen Geräten darf der Feingehalt nur in 585 oder mehr Tausendteilen angegeben werden. Für Schmucksachen gilt diese Untergrenze nicht; sie dürfen in jedem Feingehalt gestempelt werden, der Wert ist dann in Tausendteilen anzugeben.
Was die Zahl nicht sagt, ist die Zusammensetzung der restlichen 25 oder 41,5 Prozent. Genau dort entstehen Farbe, Härte und Verträglichkeit.
Die Farben
Gelbgold entsteht aus Gold mit Silber und Kupfer in annähernd ausgewogenem Verhältnis. Je mehr Kupfer, desto wärmer und röter wird der Ton.
Rotgold hat einen deutlich höheren Kupferanteil und ist dadurch härter als Gelbgold gleichen Feingehalts. Weißgold entsteht durch weißende Zusätze; je nach Legierung bleibt ein warmer Unterton, der eine Rhodinierung nahelegt.
Bei gleichem Feingehalt unterscheiden sich die Legierungen also in Farbe, Härte und Verarbeitbarkeit. Das ist der Grund, warum ein Gelbgoldring und ein Rotgoldring mit derselben 585 unterschiedlich schnell verkratzen.
| Punkt | Wert oder Regel |
|---|---|
| 750 | 75 Prozent Gold |
| 585 | 58,5 Prozent Gold |
| 333 | 33,3 Prozent Gold |
| Untergrenze goldene Geräte | 585 Tausendteile |
| Schmucksachen | jeder Feingehalt, Angabe in Tausendteilen |
| Gelbgold | Silber und Kupfer annähernd ausgewogen |
| Rotgold | deutlich höherer Kupferanteil |
| Folge | härter als Gelbgold gleichen Feingehalts |
| Weißgold | weißende Zusätze, oft mit Rhodinierung |
| Härtere Legierung | hält Politur länger, schlechter dehnbar |
| Beim Löten | Lot muss zum Feingehalt passen |
| Bei Reparatur | Legierung vor dem Löten bestimmen |
| Nickel | über die Chemikalienverordnung beschränkt |
| Strenger | Stifte für durchstochene Ohren |
Was das für die Werkstatt bedeutet
Härtere Legierungen halten die Politur länger und lassen sich schlechter dehnen. Weichere Legierungen sind leichter zu bearbeiten und nehmen im Alltag mehr Spuren an.
Beim Löten muss das Lot zum Feingehalt passen, sonst entsteht ein farblich sichtbarer Streifen oder ein Gefüge mit abweichender Härte. Bei Reparaturen an fremden Stücken ist die Legierung deshalb vor dem Löten zu bestimmen.
Und beim Zusammensetzen verschiedener Farben in einem Stück ist die Wärmeausdehnung zu bedenken. Zwei Legierungen mit unterschiedlichem Verhalten erzeugen beim Abkühlen Spannungen.
Verträglichkeit
Nickel in Legierungen mit längerem Hautkontakt ist in der Europäischen Union über die Beschränkungen des Anhangs der Chemikalienverordnung geregelt. Für Stifte, die in durchstochene Ohren eingeführt werden, gilt eine strengere Anforderung als für sonstigen Schmuck.
Fragen Sie deshalb bei Ohrschmuck aktiv nach Unverträglichkeiten und halten Sie die Antwort fest. Eine Reaktion nach 3 Wochen wird sonst dem Stück zugeschrieben und nicht der Vorgeschichte.
Für Kunden mit bekannter Unverträglichkeit sind Titan, Platin und hochkarätige Goldlegierungen die üblichen Wege. Nennen Sie die Alternative im Gespräch, statt sie auf Nachfrage zu erwähnen.
Quellen
Häufige Fragen
Was sagt die Zahl im Stempel?
Den Goldanteil in Tausendteilen. 750 sind 75 Prozent, 585 sind 58,5 Prozent.
Warum sehen zwei 585er Ringe verschieden aus?
Weil die restlichen 41,5 Prozent unterschiedlich zusammengesetzt sind.
Welche Legierung ist härter?
Rotgold mit hohem Kupferanteil ist härter als Gelbgold gleichen Feingehalts.
Was gilt für Nickel?
Die Freisetzung bei längerem Hautkontakt ist beschränkt, für Ohrstifte strenger als für sonstigen Schmuck.