Die Scheideanstalt zahlt nicht den Materialwert, sondern den Materialwert abzüglich mehrerer Positionen. Wer diese Positionen nicht kennt, hält die Abrechnung für zu niedrig.
Der Ablauf
Anlieferung und Wiegen, Einschmelzen zu einer homogenen Charge, Probenahme, Analyse, Abrechnung, Auszahlung oder Gutschrift in Feingewicht. Sechs Schritte.
Das Einschmelzen ist der entscheidende Schritt, weil erst danach eine repräsentative Probe möglich ist. Ein gemischter Posten aus 585er, 750er und vergoldeten Teilen lässt sich vorher nicht sinnvoll bewerten.
Rechnen Sie 5 bis 15 Arbeitstage von der Anlieferung bis zur Gutschrift, abhängig von Anstalt und Menge. Bei stark bewegten Kursen ist deshalb der Zeitpunkt der Kursfixierung zu klären.
Die Positionen der Abrechnung
Scheidekosten je Kilogramm oder je Charge, Analysekosten, ein Abschlag auf den Feingehalt, Transport und Versicherung, gegebenenfalls Mindermengenzuschläge. Fünf Positionen, die alle vom Bruttowert abgehen.
Der Abschlag auf den Feingehalt ist der Posten, der am meisten kostet und am wenigsten erklärt wird. Er berücksichtigt, dass beim Scheiden ein Teil des Metalls nicht wiedergewonnen wird.
Mindermengen sind der zweite. Unterhalb einer bestimmten Einliefermenge steigen die Kosten je Gramm deutlich; das ist der Grund, Posten zu sammeln statt wöchentlich zu liefern.
| Punkt | Regel oder Wert |
|---|---|
| Schritt 1 | Anlieferung und Wiegen |
| Schritt 2 | Einschmelzen zu einer Charge |
| Schritt 3 | Probenahme |
| Schritt 4 | Analyse |
| Schritt 5 | Abrechnung |
| Schritt 6 | Auszahlung oder Gutschrift in Feingewicht |
| Dauer | 5 bis 15 Arbeitstage |
| Position 1 | Scheidekosten |
| Position 2 | Analysekosten |
| Position 3 | Abschlag auf den Feingehalt |
| Position 4 | Transport und Versicherung |
| Position 5 | Mindermengenzuschlag |
| Teuerster Posten | der Feingehaltsabschlag |
| Wirtschaftlich wichtigster Punkt | Zeitpunkt der Kursfixierung |
| Dokumente je Einlieferung | 4 |
Was zu vereinbaren ist
Sechs Punkte vor der ersten Lieferung: Scheidekosten, Analysekosten, Feingehaltsabschlag, Mindestmenge, Zeitpunkt der Kursfixierung, Auszahlung in Geld oder Gutschrift in Feingewicht.
Der Zeitpunkt der Kursfixierung ist der wirtschaftlich wichtigste. Wird zum Tag der Analyse fixiert und liegen zwischen Anlieferung und Analyse 10 Tage, trägt der Einlieferer das Kursrisiko dieser 10 Tage.
Vereinbaren Sie, wenn möglich, eine Fixierung zum Anliefertag oder eine Wahlmöglichkeit. Bei größeren Posten ist dieser Punkt mehr wert als jede Verhandlung über die Scheidekosten.
Die Dokumentation
Wiegeschein bei Anlieferung, Analysebericht, Abrechnung mit allen Positionen, Gutschriftsbeleg. Vier Dokumente je Einlieferung.
Sie sind Buchungsbelege und damit 8 Jahre aufzubewahren, gerechnet ab Schluss des Kalenderjahres; Bücher und Abschlüsse 10 Jahre, sonstige Unterlagen 6 Jahre.
Und gleichen Sie das eingelieferte Gewicht mit dem Ankaufsbuch ab. Bei einer Prüfung ist die Kette vom einzelnen Ankauf über den Sammelposten bis zur Gutschrift genau der Weg, der nachvollziehbar sein muss.
Rechnen Sie den Sammelrhythmus aus. Bei 25 Ankäufen am Tag und durchschnittlich 12 Gramm je Posten kommen in 20 Arbeitstagen rund 6 Kilogramm zusammen; das liegt bei den meisten Anstalten über der Mindestmenge und senkt die Kosten je Gramm gegenüber einer wöchentlichen Lieferung spürbar. Dem steht das Kursrisiko der Haltedauer gegenüber, und genau diese beiden Größen sind gegeneinander abzuwägen.
Quellen
Häufige Fragen
Wie lange dauert eine Einlieferung?
Fünf bis fünfzehn Arbeitstage von der Anlieferung bis zur Gutschrift.
Welche Position kostet am meisten?
Der Abschlag auf den Feingehalt, weil beim Scheiden nicht alles wiedergewonnen wird.
Welcher Punkt ist wirtschaftlich am wichtigsten?
Der Zeitpunkt der Kursfixierung, weil er das Kursrisiko zuweist.
Welche Belege sind aufzubewahren?
Wiegeschein, Analysebericht, Abrechnung und Gutschrift, als Buchungsbelege acht Jahre.