Oberflächenverfahren lassen sich mit einer dicken Auflage täuschen. Dichte und Ultraschall nicht, weil sie das Innere betreffen, und genau deshalb gehören sie zu jeder ernsthaften Prüfung.
Die Dichtebestimmung
Das Stück wird trocken gewogen und anschließend in Wasser getaucht gewogen. Aus beiden Werten ergibt sich das Volumen und daraus die Dichte.
Feingold hat eine Dichte von rund 19,3 Gramm je Kubikzentimeter, Wolfram liegt mit rund 19,25 sehr nahe daran, Blei mit rund 11,3 deutlich darunter. Silber liegt bei rund 10,5, Platin bei rund 21,5.
Genau in dieser Aufzählung liegt die Grenze: Wolfram ist der einzige verbreitete Stoff, der die Dichte von Gold nahezu erreicht, und ein wolframgefüllter Barren besteht diese Prüfung.
Der Ultraschall
Das Verfahren misst die Laufzeit einer Schallwelle durch das Material. Schall breitet sich in verschiedenen Metallen unterschiedlich schnell aus, und die Unterschiede sind groß.
In Gold liegt die Schallgeschwindigkeit deutlich niedriger als in Wolfram. Ein wolframgefüllter Barren, der die Dichteprüfung besteht, fällt beim Ultraschall auf.
Beide Verfahren zusammen decken deshalb ab, was einzeln offenbleibt. Bei Barren mit hohem Wert ist die Kombination der Standard und nicht die Ausnahme.
| Punkt | Wert oder Regel |
|---|---|
| Dichte: Verfahren | trocken wiegen, in Wasser wiegen |
| Ergebnis | Volumen und daraus die Dichte |
| Feingold | rund 19,3 Gramm je Kubikzentimeter |
| Wolfram | rund 19,25 |
| Blei | rund 11,3 |
| Silber | rund 10,5 |
| Platin | rund 21,5 |
| Grenze | Wolfram erreicht die Dichte von Gold nahezu |
| Ultraschall | misst die Laufzeit der Schallwelle |
| Unterschied | Schall läuft in Gold deutlich langsamer als in Wolfram |
| Zusammen | decken beide Verfahren die Lücke ab |
| Ungeeignet | Schmuck mit Steinen, Hohlräumen, Lunkern |
| Fehlerquelle | Luftbläschen beim Wiegen in Wasser |
| Stufen im Betrieb | 5, mit steigendem Aufwand |
| Vorschlag | bis 500 Euro Stufe 1 und 2, bis 5.000 Euro zusätzlich Stufe 3 |
Die praktischen Grenzen
Bei Schmuck mit Steinen ist die Dichtebestimmung wertlos, weil Steine, Lot und Hohlräume das Ergebnis verfälschen. Sie eignet sich für Barren, Münzen und einfache Stücke.
Hohlräume und Poren verfälschen ebenfalls. Ein gegossenes Stück mit Lunkern zeigt eine zu niedrige Dichte, ohne dass etwas gefälscht wäre.
Und beide Verfahren setzen sorgfältiges Arbeiten voraus. Ein Luftbläschen an der Oberfläche beim Wiegen in Wasser verändert das Ergebnis so stark, dass eine echte Ware durchfällt.
Der Ablauf im Betrieb
Stufe 1 Sichtprüfung und Magnet, Stufe 2 Strichprobe oder Röntgenfluoreszenz, Stufe 3 Dichte, Stufe 4 Ultraschall, Stufe 5 zerstörende Prüfung. Fünf Stufen mit steigendem Aufwand.
Legen Sie fest, ab welchem Wert welche Stufe erreicht wird. Ein Vorschlag: bis 500 Euro Stufe 1 und 2, bis 5.000 Euro zusätzlich Stufe 3, darüber alle Stufen.
Dokumentieren Sie je Posten, welche Stufen durchlaufen wurden. Bei 25 Ankäufen am Tag sind das 25 Zeilen, und sie sind bei einer Rückfrage der Beleg dafür, was geprüft wurde.
Quellen
Häufige Fragen
Wie wird die Dichte bestimmt?
Über das Gewicht in Luft und in Wasser, daraus ergeben sich Volumen und Dichte.
Warum reicht die Dichte allein nicht?
Weil Wolfram mit rund 19,25 der Dichte von Gold mit rund 19,3 sehr nahe kommt.
Was leistet der Ultraschall zusätzlich?
Er misst die Schalllaufzeit, und die unterscheidet sich zwischen Gold und Wolfram deutlich.
Wofür sind beide Verfahren ungeeignet?
Für Schmuck mit Steinen sowie für Stücke mit Hohlräumen oder Lunkern.