Im Goldhandel spricht niemand gern darüber, dass er verkauft hat. Empfehlungen entstehen hier trotzdem, aber über andere Wege als in Branchen, in denen man den Kauf zeigt.
Warum es schwieriger ist
Der Anlass ist oft privat: ein Erbfall, eine Trennung, ein finanzieller Engpass. Über keinen dieser Anlässe wird im Bekanntenkreis beiläufig gesprochen.
Es gibt außerdem kein Produkt, das man zeigen kann. Wer ein Schmuckstück kauft, trägt es; wer Gold verkauft, hat danach nichts vorzuweisen.
Daraus folgt: Die Empfehlung entsteht nicht über die Sache, sondern über die Erfahrung des Ablaufs. Wer sich fair behandelt fühlt, empfiehlt genau das weiter, und zwar ohne Details.
Was empfohlen wird
Nicht der Preis, sondern die Nachvollziehbarkeit. Menschen sagen weiter, dass gewogen und gemessen wurde, dass die Rechnung offen lag und dass niemand gedrängt hat.
Machen Sie deshalb den Ablauf zum Produkt. Fünf Schritte, jedes Mal gleich: Termin, Prüfung im Beisein, offengelegte Rechnung, Auszahlung, Beleg.
Und geben Sie den Beleg auch ohne Abschluss mit. Wer mit einer nachvollziehbaren Rechnung nach Hause geht und woanders verkauft, empfiehlt trotzdem, weil er die Auskunft als fair erlebt hat.
| Punkt | Wert oder Regel |
|---|---|
| Anlass | oft privat: Erbfall, Trennung, Engpass |
| Fehlend | ein Produkt, das man zeigen kann |
| Empfohlen wird | die Erfahrung des Ablaufs |
| Konkret | dass gewogen, gemessen und offen gerechnet wurde |
| Ablauf Schritt 1 | Termin |
| Ablauf Schritt 2 | Prüfung im Beisein |
| Ablauf Schritt 3 | offengelegte Rechnung |
| Ablauf Schritt 4 | Auszahlung |
| Ablauf Schritt 5 | Beleg |
| Auch ohne Abschluss | Beleg mitgeben |
| Formulierung | ohne Bezug auf den Vorgang |
| Karten | 2 statt 1 |
| Prämie | zulässig, aber bei Vertrauensgeschäften kontraproduktiv |
| Gelegenheiten im Jahr | rund 6.250 |
| Ergebnis | rund 37 Empfehlungen |
Die Form der Bitte
Zurückhaltend und ohne Bezug auf den Vorgang: Falls jemand in Ihrem Umfeld vor derselben Frage steht, geben Sie gern meine Nummer weiter. Kein Wort über das, was verkauft wurde.
Zwei Karten statt einer. Die zweite ist die, die weitergegeben wird.
Und keine Prämie. Eine Vergütung für Empfehlungen ist im Handel zulässig, wirkt aber bei einem Vertrauensgeschäft gegen den Zweck; unlauter handelt außerdem, wer den kommerziellen Zweck einer geschäftlichen Handlung nicht kenntlich macht.
Die Rechnung
Bei 25 Vorgängen am Tag und 250 Arbeitstagen sind das 6.250 Gelegenheiten im Jahr. Bei einer Zusagequote von 20 Prozent und einer Einlösung von 3 Prozent entstehen rund 37 Empfehlungen.
Bei einer durchschnittlichen Postengröße von 1.800 Euro und einer Marge von 10 Prozent sind das rund 6.700 Euro Rohertrag, für eine Frage von 15 Sekunden je Vorgang.
Führen Sie bei jedem Neukunden eine Herkunftsspalte. Im Goldhandel ist die Empfehlung erfahrungsgemäß der zweitstärkste Kanal nach der Suche, und ohne diese Spalte bleibt das unsichtbar.
Quellen
Häufige Fragen
Warum sind Empfehlungen hier schwieriger?
Weil der Anlass privat ist und es kein Produkt gibt, das man zeigen kann.
Was wird tatsächlich empfohlen?
Die Erfahrung des Ablaufs: dass gewogen, gemessen und offen gerechnet wurde.
Sollte man eine Prämie zahlen?
Sie ist im Handel zulässig, wirkt bei einem Vertrauensgeschäft aber gegen den Zweck.
Wie viele Empfehlungen sind realistisch?
Bei rund 6.250 Gelegenheiten etwa 37 im Jahr.