Ratgeber

Kapazität von Gruppenkursen berechnen

Belegungszahl aus Fluchtwegen und Bewegungsflächen ableiten statt aus der Quadratmeterzahl.

Kapazität von Gruppenkursen berechnen
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Die Frage, wie viele Menschen in einen Kursraum passen, wird meist mit der Fläche beantwortet. Die belastbare Antwort kommt aus den Fluchtwegen und aus der Bewegung, die der Kurs verlangt.

Die Bewegung bestimmt die Fläche

Die freie unverstellte Fläche muss so bemessen sein, dass sich die Anwesenden bei ihrer Tätigkeit ungehindert bewegen können. Diese Anforderung ist tätigkeitsbezogen und nicht flächenbezogen.

Ein Kurs im Sitzen auf Matten braucht eine andere Fläche je Person als ein Kurs mit raumgreifenden Bewegungen und Geräten. Dieselbe Zahl für beide ist deshalb immer für einen der beiden falsch.

Legen Sie die Belegung deshalb je Kursformat fest, nicht je Raum. Bei 9 Formaten sind das 9 Zahlen, und sie unterscheiden sich erfahrungsgemäß um den Faktor 2.

Die Fluchtwege begrenzen nach oben

Verkehrswege müssen so angelegt und bemessen sein, dass sie leicht und sicher begangen werden können, und die Bemessung muss sich nach der Anzahl der möglichen Benutzer und der Art des Betriebes richten. Für Fluchtwege gelten besondere Anforderungen.

Praktisch ist die Zahl der Personen, die einen Raum über die vorhandenen Ausgänge in kurzer Zeit verlassen können, die harte Obergrenze. Sie steht in der Regel im Brandschutznachweis des Gebäudes.

Holen Sie diese Zahl aus dem Nachweis, statt sie zu schätzen. Weicht die tatsächliche Belegung davon ab, ist das im Schadensfall der erste Punkt, der geprüft wird.

Kapazität von Gruppenkursen
PunktRegel oder Wert
Maßstabungehinderte Bewegung bei der Tätigkeit
Bezugsgrößedas Kursformat, nicht der Raum
Bei 9 Formaten9 unterschiedliche Zahlen
Typische SpannweiteFaktor 2
ObergrenzeEntfluchtung über die vorhandenen Ausgänge
FundstelleBrandschutznachweis des Gebäudes
Wegbemessungnach Anzahl der Benutzer und Art des Betriebes
BetriebspflichtWege und Ausgänge ständig freihalten
Häufigster Verstoßzusätzliche Matten in der letzten Reihe
Beispiel24 Plätze plus 3 ergibt 12,5 Prozent Überbelegung
Durchsetzung 1Buchung mit festem Platzkontingent
Durchsetzung 2Aushang der zulässigen Personenzahl je Raum
Durchsetzung 3Warteliste statt Einzelausnahme
Bei 8 Kursen und 2 Ausnahmen16 Überschreitungen täglich

Der Betrieb

Der Betreiber hat dafür zu sorgen, dass Verkehrswege, Fluchtwege und Notausgänge ständig freigehalten werden, damit sie jederzeit benutzbar sind.

Im Kursbetrieb heißt das: keine abgestellten Geräte an den Wänden neben dem Ausgang, keine Taschen in der Wegzone, keine zusätzlichen Matten in der letzten Reihe.

Die zusätzliche Matte ist der häufigste Fall. Ein Kurs mit 24 zugelassenen Plätzen und 3 spontanen Zusätzlichen ist um 12,5 Prozent überbelegt, und die Zusätzlichen liegen immer dort, wo Platz ist, also im Weg.

Wie die Grenze durchgesetzt wird

Feste Buchung mit Platzkontingent statt freiem Zutritt. Ein System, das bei 24 Plätzen schließt, setzt die Grenze durch, ohne dass jemand sie aussprechen muss.

Ein Aushang je Raum mit der zulässigen Personenzahl. Er ist die Grundlage, auf die sich die Kursleitung berufen kann, wenn jemand dazukommen möchte.

Und eine Warteliste statt einer Ausnahme. Bei 8 Kursen täglich und 2 Ausnahmen je Kurs sind das 16 Überschreitungen am Tag, und keine davon ist im Einzelfall dramatisch, zusammen aber ein anderer Betrieb als der genehmigte.

Quellen

  1. Arbeitsstättenverordnung, Anhang, Anforderungen an Arbeitsstätten
  2. Arbeitsstättenverordnung, Paragraf 4, besondere Anforderungen an das Betreiben

Häufige Fragen

Gibt es eine feste Quadratmeterzahl je Teilnehmer?

Nicht im Gesetz. Maßgeblich ist, ob sich die Anwesenden bei ihrer Tätigkeit ungehindert bewegen können.

Woraus ergibt sich die Obergrenze?

Aus der Entfluchtung über die vorhandenen Ausgänge, in der Regel im Brandschutznachweis des Gebäudes.

Warum je Format statt je Raum?

Weil ein Kurs auf Matten und ein Kurs mit raumgreifenden Bewegungen unterschiedlich viel Fläche brauchen.

Wie setzt man die Grenze durch?

Über ein Buchungssystem mit festem Kontingent, einen Aushang je Raum und eine Warteliste statt Ausnahmen.