Ratgeber

Barrierefreier Zugang zum Studio

Was die Arbeitsstättenverordnung verlangt, wenn Menschen mit Behinderungen beschäftigt werden, und was daraus für Mitglieder folgt.

Barrierefreier Zugang zum Studio
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Die Verordnung knüpft die Pflicht zur barrierefreien Gestaltung an die Beschäftigung und nicht an den Publikumsverkehr. Wer daraus schließt, ein Studio ohne betroffene Beschäftigte müsse nichts tun, verkennt den zweiten Teil der Rechnung.

Die Pflicht aus der Verordnung

Beschäftigt der Arbeitgeber Menschen mit Behinderungen, hat er die Arbeitsstätte so einzurichten und zu betreiben, dass die besonderen Belange dieser Beschäftigten im Hinblick auf Sicherheit und Gesundheitsschutz berücksichtigt werden.

Das gilt insbesondere für die barrierefreie Gestaltung von Arbeitsplätzen, Sanitär-, Pausen- und Bereitschaftsräumen sowie der zugehörigen Türen, Verkehrswege, Fluchtwege, Notausgänge, Treppen und Orientierungssysteme.

Acht genannte Bereiche. Sie beschreiben zugleich die Liste, die für jeden Umbau sinnvoll ist, unabhängig vom Anlass.

Der Stand der Technik

Beim Einrichten und Betreiben hat der Arbeitgeber den Stand der Technik, der Arbeitsmedizin und Hygiene, die ergonomischen Anforderungen sowie die bekannt gemachten Regeln und Erkenntnisse zu berücksichtigen.

Bei Einhaltung der bekannt gemachten Regeln ist davon auszugehen, dass die Anforderungen der Verordnung erfüllt sind. Wendet der Arbeitgeber sie nicht an, muss er durch andere Maßnahmen die gleiche Sicherheit und den gleichen Schutz erreichen.

Das ist der Mechanismus, über den technische Regelwerke wirken, ohne selbst Gesetz zu sein: Wer sie einhält, ist auf der sicheren Seite; wer abweicht, trägt die Begründungslast.

Barrierefreiheit im Studio
PunktRegel oder Wert
Auslöser der PflichtBeschäftigung von Menschen mit Behinderungen
Maßstabbesondere Belange bei Sicherheit und Gesundheitsschutz
Bereich 1Arbeitsplätze
Bereich 2Sanitärräume
Bereich 3Pausen- und Bereitschaftsräume
Bereich 4Türen
Bereich 5Verkehrswege
Bereich 6Fluchtwege und Notausgänge
Bereich 7Treppen
Bereich 8Orientierungssysteme
Zu berücksichtigenStand der Technik, Arbeitsmedizin, Hygiene, Ergonomie
Bei Einhaltung bekannt gemachter RegelnVermutung der Erfüllung
Bei Abweichunggleiche Sicherheit durch andere Maßnahmen
Begehung7 Stationen entlang des tatsächlichen Wegs
Sofort oder gering umsetzbar40 bis 50 Prozent der Punkte

Was für Mitglieder folgt

Ein Studio, das barrierefrei erreichbar ist, erschließt eine Gruppe, die anderswo nicht trainieren kann. Das ist der zweite Teil der Rechnung, und er ist wirtschaftlich.

Vier Punkte entscheiden über die tatsächliche Nutzbarkeit: stufenloser Zugang, Umkleide und Sanitärraum, Wege zwischen den Geräten, Bedienbarkeit der Anmeldung.

Der vierte wird am häufigsten übersehen. Ein Anmeldesystem, das nur auf einem Bildschirm in 1,50 Meter Höhe bedienbar ist, verschließt den Zugang so wirksam wie eine Stufe.

Die Umsetzung

Beginnen Sie mit einer Begehung entlang des tatsächlichen Wegs: Parkplatz, Eingang, Anmeldung, Umkleide, Sanitärraum, Trainingsfläche, Kursraum. Sieben Stationen, jede einzeln beurteilt.

Trennen Sie dann in 3 Klassen: sofort umsetzbar, mit geringem Aufwand umsetzbar, nur beim Umbau. Erfahrungsgemäß fallen 40 bis 50 Prozent der Punkte in die ersten beiden Klassen.

Und benennen Sie den Stand offen. Ein Studio, das schreibt, welche Bereiche barrierefrei sind und welche nicht, hilft mehr als eines, das den Punkt gar nicht erwähnt, und vermeidet die Anfahrt ohne Ergebnis.

Quellen

  1. Arbeitsstättenverordnung, Paragraf 3a, Einrichten und Betreiben von Arbeitsstätten
  2. Behindertengleichstellungsgesetz, Paragraf 4, Barrierefreiheit

Häufige Fragen

Wann greift die Pflicht aus der Arbeitsstättenverordnung?

Wenn der Arbeitgeber Menschen mit Behinderungen beschäftigt.

Welche Bereiche nennt die Vorschrift?

Arbeitsplätze, Sanitär-, Pausen- und Bereitschaftsräume, Türen, Verkehrs- und Fluchtwege, Treppen und Orientierungssysteme.

Was gilt bei Abweichung von den bekannt gemachten Regeln?

Der Arbeitgeber muss durch andere Maßnahmen die gleiche Sicherheit und den gleichen Schutz erreichen.

Was wird bei der Nutzbarkeit am häufigsten übersehen?

Die Bedienbarkeit der Anmeldung.