Ratgeber

Windsog berechnen nach DIN EN 1991-1-4

Wie die Windlast in Zonen zerfällt, warum Rand und Ecke enger befestigt werden und wie der Nachweis dokumentiert wird.

Windsog berechnen nach DIN EN 1991-1-4
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Ein Dach versagt fast nie in der Fläche. Es versagt an Ortgang, Traufe und Ecke, und genau dort verlangt die Norm die dichtere Befestigung.

Warum es Zonen gibt

Wind erzeugt an einem Dach keinen gleichmäßigen Druck, sondern an Kanten und Ecken einen deutlich höheren Sog. Die Norm bildet das über Zonen ab: Innenbereich, Randbereich, Eckbereich.

Die Breite der Randzonen ergibt sich aus den Gebäudeabmessungen und der Höhe. Sie ist damit für jedes Objekt eigens zu bestimmen und nicht aus einem anderen Bauvorhaben zu übernehmen.

Aus der Zone folgt der Befestigungsabstand. Ein Ortgang mit dem Abstand der Fläche ist der häufigste Ausführungsfehler mit Sturmschadenfolge.

Die Eingangsgrößen

Windzone des Standorts, Geländekategorie, Gebäudehöhe, Dachform und Dachneigung, Gebäudeabmessungen. Fünf Angaben, die vor der Kalkulation feststehen müssen.

Die Windzone folgt aus dem Standort und ist über die zuständigen Stellen der Länder verbindlich zugewiesen. Die Geländekategorie beschreibt die Umgebung, etwa offenes Land gegenüber geschlossener Bebauung.

Entnehmen Sie die Zahlenwerte immer der aktuellen Fassung der Norm in der Fassung, die als Technische Baubestimmung eingeführt ist. Werte aus älteren Tabellenblättern sind der zweithäufigste Fehler.

Windsog am Dach
PunktRegel oder Wert
Zone 1Innenbereich
Zone 2Randbereich
Zone 3Eckbereich
Höchster Sogan Kanten und Ecken
Randzonenbreiteaus Gebäudeabmessungen und Höhe
Objektbezogenja, nicht übertragbar
Eingangsgröße 1Windzone des Standorts
Eingangsgröße 2Geländekategorie
Eingangsgröße 3Gebäudehöhe
Eingangsgröße 4Dachform und Dachneigung
Eingangsgröße 5Gebäudeabmessungen
Nachweisblatt1 Seite, 20 bis 30 Minuten
ErgänzendWiderstandswert des Befestigungsmittels
Anteil Rand und Ecke20 bis 35 Prozent der Dachfläche

Der Nachweis

Halten Sie je Objekt ein Blatt mit den 5 Eingangsgrößen, den ermittelten Zonen und dem gewählten Befestigungsschema vor. Eine Seite, erstellt in 20 bis 30 Minuten.

Ergänzen Sie die Herstellerangabe zum verwendeten Befestigungsmittel mit seinem zulässigen Widerstandswert. Ohne diesen Wert ist die Rechnung nicht abgeschlossen.

Bei einem Sturmschaden ist dieses Blatt das erste Dokument, das verlangt wird. Fehlt es, steht die Frage im Raum, ob überhaupt gerechnet wurde, und diese Frage lässt sich nachträglich nicht beantworten.

Die Folgen für die Kalkulation

Die dichtere Befestigung in Rand- und Eckbereichen kostet Material und Zeit. Rechnen Sie sie als eigene Position, statt sie in den Flächenpreis zu mischen.

Bei einem Satteldach mit 180 Quadratmetern entfallen je nach Gebäudegeometrie 20 bis 35 Prozent der Fläche auf Rand- und Eckbereiche. Das ist der Anteil, für den die dichtere Befestigung anzusetzen ist.

Und weisen Sie die Annahme im Angebot aus. Ändert sich die Geländekategorie, weil ein Nachbargebäude abgerissen wird, ändert sich die Rechnung, und diese Änderung ist dann ein Nachtrag und keine Diskussion.

Prüfen Sie zuletzt die Bestandsbefestigung bei Sanierungen. Ein Dach aus dem Jahr 1998 wurde nach einem anderen Regelwerk befestigt, und die Übernahme der vorgefundenen Abstände ist keine zulässige Grundlage. Bei einer Umdeckung ist die Befestigung neu zu rechnen, auch wenn die Lattung bleibt.

Quellen

  1. Bürgerliches Gesetzbuch, Paragraf 633, Sach- und Rechtsmangel
  2. Deutsches Institut für Bautechnik, Technische Baubestimmungen

Häufige Fragen

Warum werden Rand und Ecke enger befestigt?

Weil dort der Windsog deutlich höher ist als in der Fläche.

Woraus ergibt sich die Randzonenbreite?

Aus den Gebäudeabmessungen und der Höhe, objektbezogen zu bestimmen.

Welche Angaben braucht die Berechnung?

Windzone, Geländekategorie, Gebäudehöhe, Dachform und Neigung sowie die Abmessungen.

Was gehört in die Akte?

Ein Blatt mit Eingangsgrößen, Zonen, Befestigungsschema und dem Widerstandswert des Befestigungsmittels.