Ratgeber

Unterdeckbahnen: sd-Wert und Dachneigung richtig kombinieren

Regeldachneigung, Zusatzmaßnahmen und die Dokumentation der gewählten Klasse der Unterkonstruktion.

Unterdeckbahnen: sd-Wert und Dachneigung richtig kombinieren
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Ob eine Unterdeckung genügt oder eine Zusatzmaßnahme nötig wird, entscheidet nicht das Material, sondern die Unterschreitung der Regeldachneigung und die Nutzung darunter.

Die Regeldachneigung

Jede Deckungsart hat eine Regeldachneigung, unterhalb derer die Deckung allein nicht mehr als regensicher gilt. Wird sie unterschritten, ist eine Zusatzmaßnahme erforderlich.

Zusatzmaßnahmen sind gestuft: Unterspannung, Unterdeckung, Unterdach, jeweils in verschiedenen Ausführungen bis hin zum wasserdichten Unterdach.

Die Stufe folgt aus der Unterschreitung und aus erhöhten Anforderungen: ausgebauter Dachraum, geringe Neigung, große Sparrenlänge, exponierte Lage, besondere Nutzung.

Der sd-Wert

Er beschreibt den Wasserdampfdiffusionswiderstand als Länge einer gleichwertigen Luftschicht. Ein niedriger Wert bedeutet diffusionsoffen, ein hoher diffusionshemmend.

Bei belüfteten Aufbauten kann eine diffusionshemmende Bahn zulässig sein, bei unbelüfteten Aufbauten mit Vollsparrendämmung ist die diffusionsoffene Bahn der Regelfall, weil die Konstruktion nach außen austrocknen können muss.

Prüfen Sie den Aufbau als Ganzes, nicht die Bahn allein. Die Kombination aus Dampfbremse innen, Dämmung und Bahn außen entscheidet, und ein einzelner Wert sagt für sich nichts aus.

Unterdeckung wählen
PunktRegel
Regeldachneigungje Deckungsart festgelegt
Bei UnterschreitungZusatzmaßnahme erforderlich
Stufe 1Unterspannung
Stufe 2Unterdeckung
Stufe 3Unterdach bis wasserdicht
Erhöhte Anforderungausgebauter Dachraum
Erhöhte Anforderunggroße Sparrenlänge
Erhöhte Anforderungexponierte Lage
sd-WertDiffusionswiderstand als Luftschichtdicke
Belüfteter Aufbaudiffusionshemmende Bahn möglich
Vollsparrendämmungdiffusionsoffene Bahn als Regelfall
Zu prüfender Aufbau als Ganzes
KritischÜberdeckung, Verklebung, Nagelabdichtung
Zu beachtenFreibewitterungsdauer des Herstellers

Die Verarbeitung

Überdeckungen, Verklebungen und Nagelabdichtungen sind die Punkte, an denen eine richtig gewählte Bahn ihre Wirkung verliert. Eine verklebte Überdeckung ohne Anpressdruck ist keine Verklebung.

Prüfen Sie die Verarbeitungsvorgabe des Herstellers je Produkt. Sie unterscheidet sich zwischen Produkten desselben Anbieters, und die Vorgabe ist Teil der geschuldeten Leistung.

Und beachten Sie die Freibewitterungsdauer. Eine Bahn, die 6 Wochen ungeschützt liegt, obwohl der Hersteller 4 Wochen angibt, hat ihre Eigenschaften verloren, bevor die Deckung beginnt.

Planen Sie deshalb den Bauablauf so, dass zwischen Aufbringen der Bahn und Beginn der Deckung höchstens 2 Wochen liegen. Bei 60 Aufträgen im Jahr betrifft das die 8 bis 12 Vorhaben, bei denen Gerüst, Zimmerer und Deckung nacheinander arbeiten, und genau dort entstehen die längsten Standzeiten.

Die Dokumentation

Halten Sie je Objekt 4 Angaben fest: Deckungsart mit Regeldachneigung, tatsächliche Neigung, erhöhte Anforderungen, gewählte Klasse der Zusatzmaßnahme.

Ergänzen Sie das Produkt mit Bezeichnung und die Verarbeitungsvorgabe. Bei einem Feuchteschaden nach 4 Jahren ist das die einzige Grundlage, mit der sich die Wahl belegen lässt.

Rechnen Sie 15 Minuten je Objekt. Bei 60 Aufträgen im Jahr sind das 15 Stunden, und sie stehen einem Schadensfall gegenüber, dessen Beseitigung regelmäßig einen fünfstelligen Betrag erreicht.

Legen Sie außerdem 1 Musterblatt je Deckungsart an, in das nur noch 3 Werte eingetragen werden: tatsächliche Neigung, erhöhte Anforderungen, gewählte Klasse. Bei 6 gängigen Deckungsarten sind das 6 Blätter, einmal erstellt in rund 2 Stunden, und die Erfassung je Objekt sinkt danach von 15 auf 5 Minuten.

Quellen

  1. Bürgerliches Gesetzbuch, Paragraf 633, Sach- und Rechtsmangel
  2. Gebäudeenergiegesetz, Paragraf 1, Zweck und Ziel

Häufige Fragen

Wann wird eine Zusatzmaßnahme nötig?

Wenn die Regeldachneigung der Deckungsart unterschritten wird oder erhöhte Anforderungen vorliegen.

Was sagt der sd-Wert aus?

Den Wasserdampfdiffusionswiderstand als Dicke einer gleichwertigen Luftschicht.

Welche Bahn passt zur Vollsparrendämmung?

In der Regel eine diffusionsoffene, weil die Konstruktion nach außen austrocknen können muss.

Was ist bei der Verarbeitung kritisch?

Überdeckungen, Verklebungen, Nagelabdichtungen und die Freibewitterungsdauer.