Die Schneelast folgt nicht aus dem Gefühl für die Region, sondern aus Zone und Geländehöhe. Zwei Orte im selben Landkreis können deutlich unterschiedliche Werte haben, wenn zwischen ihnen 300 Höhenmeter liegen.
Die Ermittlung
Der Ausgangswert folgt aus der Schneelastzone des Standorts und der Geländehöhe über dem Meeresspiegel. Beide zusammen ergeben die charakteristische Schneelast auf dem Boden.
Daraus wird über Formbeiwerte die Last auf dem Dach bestimmt. Die Formbeiwerte hängen von der Dachneigung und der Dachform ab: Flachdach, Satteldach, Pultdach, aneinandergereihte Dächer.
Hinzu kommen Sonderfälle: Schneeanhäufung an Wandanschlüssen und hinter Attiken, Verwehungen bei versetzten Dachflächen, Schneesäcke an Kehlen. Diese Fälle erzeugen örtlich ein Mehrfaches des Flächenwerts.
Wann ein Nachweis nötig wird
Immer, wenn in die Lastabtragung eingegriffen wird oder die Last sich ändert: Aufbauten, Photovoltaik, Begrünung, zusätzliche Dämmschichten, Umdeckung auf ein schwereres Material.
Und bei Bestandsgebäuden ohne Unterlagen, sobald die Nutzung oder der Aufbau verändert wird. Ein Dach, das seit 40 Jahren steht, ist kein Nachweis für die künftige Belastung.
Der Wechsel von Betondachstein auf Tonziegel oder umgekehrt verändert das Eigengewicht spürbar. Prüfen Sie die Differenz je Quadratmeter und multiplizieren Sie sie mit der Fläche, bevor Sie zusagen.
| Punkt | Regel |
|---|---|
| Ausgangswert | Schneelastzone und Geländehöhe |
| Ergebnis | charakteristische Schneelast auf dem Boden |
| Umrechnung | über Formbeiwerte auf die Dachlast |
| Abhängig von | Dachneigung und Dachform |
| Sonderfall | Anhäufung an Wandanschlüssen |
| Sonderfall | Verwehung bei versetzten Dachflächen |
| Sonderfall | Schneesäcke an Kehlen |
| Nachweis nötig bei | Aufbauten und Photovoltaik |
| Nachweis nötig bei | Begrünung und zusätzlicher Dämmung |
| Nachweis nötig bei | Umdeckung auf schwereres Material |
| Ebenfalls | Bestandsgebäude ohne Unterlagen |
| Schneefang | Regelfall über Verkehrsflächen und Eingängen |
| Kritisch | die Befestigung in der Konstruktion |
| Bemessungsblatt | 6 Angaben je Objekt |
Die Schneefanganlage
Sie schützt vor abrutschenden Schneemassen und ist bei geneigten Dächern über Verkehrsflächen und Eingängen der Regelfall. Die Anordnung folgt aus Schneelast, Dachneigung und Sparrenlänge.
Die Befestigung ist der kritische Punkt. Ein Schneefanggitter, das nur in der Lattung hängt, überträgt die Last nicht in die Konstruktion, und genau dort versagen Anlagen.
Halten Sie die Bemessung je Objekt fest: Zone, Höhe, Neigung, Sparrenlänge, gewähltes System, Zahl der Reihen. Sechs Angaben auf einem Blatt.
Die Kommunikation mit dem Bauherrn
Erklären Sie den Unterschied zwischen der Schneelast, für die das Dach bemessen ist, und einem außergewöhnlichen Ereignis. Eine Räumpflicht bei extremen Schneehöhen bleibt beim Eigentümer.
Übergeben Sie deshalb eine kurze Unterlage mit 3 Punkten: angesetzte Zone und Höhe, Hinweis auf die Kontrolle bei außergewöhnlichen Schneehöhen, Kontakt für den Notfall.
Rechnen Sie 20 Minuten je Objekt für Bemessungsblatt und Unterlage. Bei 60 Aufträgen sind das 20 Stunden im Jahr, und sie ordnen im Schadensfall die Verantwortung zu.
Quellen
Häufige Fragen
Woraus ergibt sich die Schneelast?
Aus der Schneelastzone des Standorts und der Geländehöhe, umgerechnet über Formbeiwerte auf das Dach.
Wann ist ein statischer Nachweis nötig?
Bei Aufbauten, Photovoltaik, Begrünung, zusätzlicher Dämmung und schwererer Deckung.
Wo entstehen die höchsten örtlichen Lasten?
An Wandanschlüssen, bei versetzten Dachflächen und in Kehlen.
Was ist beim Schneefang kritisch?
Die Befestigung. Eine Anlage nur in der Lattung überträgt die Last nicht in die Konstruktion.