Ratgeber

Schneelastzonen nach DIN EN 1991-1-3 bestimmen

Wie die Zone ermittelt wird, welche Faktoren hinzukommen und wann ein statischer Nachweis geführt werden muss.

Schneelastzonen nach DIN EN 1991-1-3 bestimmen
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Die Schneelast folgt nicht aus dem Gefühl für die Region, sondern aus Zone und Geländehöhe. Zwei Orte im selben Landkreis können deutlich unterschiedliche Werte haben, wenn zwischen ihnen 300 Höhenmeter liegen.

Die Ermittlung

Der Ausgangswert folgt aus der Schneelastzone des Standorts und der Geländehöhe über dem Meeresspiegel. Beide zusammen ergeben die charakteristische Schneelast auf dem Boden.

Daraus wird über Formbeiwerte die Last auf dem Dach bestimmt. Die Formbeiwerte hängen von der Dachneigung und der Dachform ab: Flachdach, Satteldach, Pultdach, aneinandergereihte Dächer.

Hinzu kommen Sonderfälle: Schneeanhäufung an Wandanschlüssen und hinter Attiken, Verwehungen bei versetzten Dachflächen, Schneesäcke an Kehlen. Diese Fälle erzeugen örtlich ein Mehrfaches des Flächenwerts.

Wann ein Nachweis nötig wird

Immer, wenn in die Lastabtragung eingegriffen wird oder die Last sich ändert: Aufbauten, Photovoltaik, Begrünung, zusätzliche Dämmschichten, Umdeckung auf ein schwereres Material.

Und bei Bestandsgebäuden ohne Unterlagen, sobald die Nutzung oder der Aufbau verändert wird. Ein Dach, das seit 40 Jahren steht, ist kein Nachweis für die künftige Belastung.

Der Wechsel von Betondachstein auf Tonziegel oder umgekehrt verändert das Eigengewicht spürbar. Prüfen Sie die Differenz je Quadratmeter und multiplizieren Sie sie mit der Fläche, bevor Sie zusagen.

Schneelast am Dach
PunktRegel
AusgangswertSchneelastzone und Geländehöhe
Ergebnischarakteristische Schneelast auf dem Boden
Umrechnungüber Formbeiwerte auf die Dachlast
Abhängig vonDachneigung und Dachform
SonderfallAnhäufung an Wandanschlüssen
SonderfallVerwehung bei versetzten Dachflächen
SonderfallSchneesäcke an Kehlen
Nachweis nötig beiAufbauten und Photovoltaik
Nachweis nötig beiBegrünung und zusätzlicher Dämmung
Nachweis nötig beiUmdeckung auf schwereres Material
EbenfallsBestandsgebäude ohne Unterlagen
SchneefangRegelfall über Verkehrsflächen und Eingängen
Kritischdie Befestigung in der Konstruktion
Bemessungsblatt6 Angaben je Objekt

Die Schneefanganlage

Sie schützt vor abrutschenden Schneemassen und ist bei geneigten Dächern über Verkehrsflächen und Eingängen der Regelfall. Die Anordnung folgt aus Schneelast, Dachneigung und Sparrenlänge.

Die Befestigung ist der kritische Punkt. Ein Schneefanggitter, das nur in der Lattung hängt, überträgt die Last nicht in die Konstruktion, und genau dort versagen Anlagen.

Halten Sie die Bemessung je Objekt fest: Zone, Höhe, Neigung, Sparrenlänge, gewähltes System, Zahl der Reihen. Sechs Angaben auf einem Blatt.

Die Kommunikation mit dem Bauherrn

Erklären Sie den Unterschied zwischen der Schneelast, für die das Dach bemessen ist, und einem außergewöhnlichen Ereignis. Eine Räumpflicht bei extremen Schneehöhen bleibt beim Eigentümer.

Übergeben Sie deshalb eine kurze Unterlage mit 3 Punkten: angesetzte Zone und Höhe, Hinweis auf die Kontrolle bei außergewöhnlichen Schneehöhen, Kontakt für den Notfall.

Rechnen Sie 20 Minuten je Objekt für Bemessungsblatt und Unterlage. Bei 60 Aufträgen sind das 20 Stunden im Jahr, und sie ordnen im Schadensfall die Verantwortung zu.

Quellen

  1. Deutsches Institut für Bautechnik, Technische Baubestimmungen
  2. Bürgerliches Gesetzbuch, Paragraf 633, Sach- und Rechtsmangel

Häufige Fragen

Woraus ergibt sich die Schneelast?

Aus der Schneelastzone des Standorts und der Geländehöhe, umgerechnet über Formbeiwerte auf das Dach.

Wann ist ein statischer Nachweis nötig?

Bei Aufbauten, Photovoltaik, Begrünung, zusätzlicher Dämmung und schwererer Deckung.

Wo entstehen die höchsten örtlichen Lasten?

An Wandanschlüssen, bei versetzten Dachflächen und in Kehlen.

Was ist beim Schneefang kritisch?

Die Befestigung. Eine Anlage nur in der Lattung überträgt die Last nicht in die Konstruktion.