Ratgeber

Materialkalkulation: Verschnitt bei Dachziegeln einrechnen

Verschnittsätze je Dachform, ihre Wirkung auf die Angebotsspanne und die Behandlung von Restbeständen.

Materialkalkulation: Verschnitt bei Dachziegeln einrechnen
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Der Verschnitt ist die Position, die eine Kalkulation still auffrisst. Bei einem Materialanteil von 40 Prozent kosten 5 Prozentpunkte zu wenig Verschnitt bereits 2 Prozent der gesamten Auftragssumme.

Woher der Verschnitt kommt

Aus Schnitten an Graten, Kehlen, Ortgängen und Anschlüssen sowie aus Bruch bei Transport und Verlegung. Zwei Quellen, die sich nicht gegenseitig ersetzen.

Ein einfaches Satteldach ohne Aufbauten hat den geringsten Verschnitt. Walmdächer, Krüppelwalme, Gauben und Kehlen erhöhen ihn deutlich, weil an jeder schrägen Kante geschnitten wird.

Typische Ansätze liegen bei einem einfachen Satteldach im niedrigen einstelligen Prozentbereich und bei stark gegliederten Dächern mit mehreren Kehlen und Gauben im hohen einstelligen bis niedrigen zweistelligen Bereich.

Die Wirkung auf die Spanne

Bei einem Auftrag über 38.000 Euro mit einem Materialanteil von 40 Prozent sind das 15.200 Euro Material. Fünf Prozentpunkte Verschnitt zu wenig sind 760 Euro, die unmittelbar aus der Spanne kommen.

Bei 60 Aufträgen im Jahr in dieser Größenordnung wären das 45.600 Euro. Das ist die Größenordnung, in der ein systematisch zu niedriger Ansatz einen Betrieb belastet.

Rechnen Sie den Verschnitt deshalb je Dachform und nicht mit einem Pauschalsatz für alle Aufträge. Ein einziger Satz ist bei einfachen Dächern zu hoch und bei gegliederten zu niedrig.

Verschnitt kalkulieren
PunktWert oder Regel
Quelle 1Schnitte an Graten, Kehlen, Ortgängen
Quelle 2Bruch bei Transport und Verlegung
Geringster Verschnitteinfaches Satteldach ohne Aufbauten
ErhöhendWalm, Krüppelwalm, Gauben, Kehlen
Beispielauftrag38.000 Euro
Materialanteil40 Prozent, also 15.200 Euro
5 Prozentpunkte zu wenig760 Euro je Auftrag
Bei 60 Aufträgen45.600 Euro
EmpfehlungAnsatz je Dachform statt Pauschalsatz
Bei SanierungenVerfügbarkeit des Modells prüfen
Reserve20 bis 40 Stück beim Kunden einlagern
Zu prüfenFarbcharge und Sortierung
Im Angebot zu regelnwem das Restmaterial gehört
Eigenes LagerRestposten je gängigem Modell

Die Sonderfälle

Bei Sanierungen mit Teilflächen kommt die Frage der Verfügbarkeit hinzu. Ein Modell, das nicht mehr produziert wird, macht jeden Bruch zum Problem, und der Verschnitt ist dann keine Kostenfrage, sondern eine Machbarkeitsfrage.

Kalkulieren Sie bei solchen Objekten eine Reserve ein und legen Sie sie beim Kunden ein, nicht im eigenen Lager. Zwanzig bis 40 Stück auf dem Dachboden sind in 8 Jahren mehr wert als jeder Rabatt.

Und prüfen Sie Farbcharge und Sortierung. Zwei Lieferungen desselben Modells aus verschiedenen Chargen können sichtbar abweichen, und das ist bei einer Teilfläche ein Mangel im Erscheinungsbild.

Der Umgang mit Restbeständen

Klären Sie im Angebot, wem das Restmaterial gehört. Ohne Regelung entstehen regelmäßig Diskussionen, und der Kunde geht davon aus, dass er es bezahlt hat.

Eine praktikable Lösung ist: Reserve für den Kunden ausdrücklich benannt, darüber hinausgehendes Material bleibt beim Betrieb, weil es einkalkuliert und wieder verwendbar ist.

Und führen Sie ein Lager mit Restposten je Modell. Bei 6 gängigen Modellen sind das 6 Positionen, und sie decken einen erheblichen Teil der Reparaturaufträge ab, für die sonst eine ganze Palette bestellt werden müsste.

Quellen

  1. Bürgerliches Gesetzbuch, Paragraf 633, Sach- und Rechtsmangel
  2. Bürgerliches Gesetzbuch, Paragraf 650c, Vergütungsanpassung bei Anordnungen

Häufige Fragen

Woraus entsteht der Verschnitt?

Aus Schnitten an Graten, Kehlen und Ortgängen sowie aus Bruch bei Transport und Verlegung.

Warum kein Pauschalsatz?

Weil ein einziger Satz bei einfachen Dächern zu hoch und bei gegliederten zu niedrig ist.

Wie stark wirkt sich ein zu niedriger Ansatz aus?

Bei 15.200 Euro Materialanteil kosten fünf Prozentpunkte 760 Euro je Auftrag.

Wem gehört das Restmaterial?

Das gehört ins Angebot. Ohne Regelung geht der Kunde davon aus, dass er es bezahlt hat.