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Auftragsakquise im Umkreis der Postleitzahlen planen

Wie weit sich Anfahrt lohnt, getrennt nach Neubau, Sanierung und Notdienst.

Auftragsakquise im Umkreis der Postleitzahlen planen
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Ein Dachdeckerbetrieb verdient nicht an der Fahrt. Jeder Kilometer über dem sinnvollen Radius kostet Zeit, die nicht abgerechnet wird, und genau daran scheitern viele Kalkulationen.

Die Rechnung hinter dem Radius

Rechnen Sie die Anfahrt als Kolonnenzeit. Bei 3 Personen und 45 Minuten je Richtung sind das 4,5 Personenstunden am Tag, die nicht auf dem Dach verbracht werden.

Bei 210 Arbeitstagen und einem Auftragsmix mit dieser Anfahrt sind das rund 945 Personenstunden im Jahr. Das entspricht mehr als einer halben Vollzeitstelle.

Daraus folgt der Radius: Für mehrtägige Aufträge trägt eine längere Anfahrt, weil sie sich auf viele Arbeitsstunden verteilt. Für Kleinaufträge und Reparaturen trägt sie nicht.

Die drei Radien

Neubau und große Sanierung: 40 bis 60 Kilometer, weil die Anfahrt sich auf mehrere Wochen verteilt. Kleinreparatur und Wartung: 15 bis 25 Kilometer. Notdienst bei Sturmschaden: 20 bis 35 Kilometer, weil die Reaktionszeit zählt.

Legen Sie die Radien als Postleitzahlenliste fest, nicht als Kreis auf der Karte. Ein Kreis ignoriert Autobahnanbindung und Flüsse, eine Postleitzahlenliste bildet die tatsächliche Fahrzeit ab.

Bei einem Standort mit guter Anbindung umfasst diese Liste erfahrungsgemäß 25 bis 60 Postleitzahlen. Sie ist die Grundlage für Werbung, für die Annahme von Anfragen und für das Unternehmensprofil.

Akquiseradius festlegen
PunktWert
Anfahrt alsKolonnenzeit
Beispiel3 Personen, 45 Minuten je Richtung
Ergebnis4,5 Personenstunden am Tag
Bei 210 Arbeitstagenrund 945 Personenstunden
Neubau und große Sanierung40 bis 60 Kilometer
Kleinreparatur und Wartung15 bis 25 Kilometer
Notdienst20 bis 35 Kilometer
FormPostleitzahlenliste statt Kreis
GrundAnbindung und Hindernisse
Typischer Umfang25 bis 60 Postleitzahlen
Ausnahme 1Großauftrag mit Übernachtung
Schwelleab etwa 90 Minuten je Richtung
Ausnahme 2Bestandskunden außerhalb
Zu messenEntfernung je Auftrag

Die Ausnahmen

Großaufträge außerhalb des Radius sind möglich, brauchen aber eine eigene Kalkulation mit Übernachtung statt täglicher Anfahrt. Ab etwa 90 Minuten je Richtung ist die Übernachtung meist günstiger als die Fahrt.

Bestandskunden außerhalb des Radius sind der zweite Fall. Ein Kunde, für den der Betrieb seit 15 Jahren arbeitet, ist ein anderer Vorgang als eine neue Anfrage aus derselben Entfernung.

Halten Sie beide Ausnahmen schriftlich fest, damit im Büro nicht jede Anfrage neu diskutiert wird. Zwei Sätze in der Annahmeregel genügen.

Die Anwendung

Richten Sie Werbung, Unternehmensprofil und Fahrzeugbeschriftung auf die Liste aus. Eine Anzeige, die 70 Kilometer weit gestreut wird, erzeugt Anfragen, die abgelehnt werden müssen.

Sagen Sie ab, wenn eine Anfrage außerhalb liegt, und nennen Sie dabei einen Betrieb im Umkreis des Anfragenden. Diese Absage kostet 3 Minuten und erzeugt regelmäßig eine Empfehlung im Kollegenkreis.

Und messen Sie nach: Führen Sie je Auftrag die Entfernung mit. Nach 12 Monaten zeigt sich, ob die Radien stimmen, und bei den meisten Betrieben liegt der tatsächliche Schwerpunkt enger als angenommen.

Quellen

  1. Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb, Paragraf 5a, Irreführung durch Unterlassen
  2. Statistisches Bundesamt, Regionaldatenbank Deutschland

Häufige Fragen

Wie berechnet man die Anfahrtskosten?

Als Kolonnenzeit. Drei Personen und 45 Minuten je Richtung sind 4,5 Personenstunden am Tag.

Welche Radien sind sinnvoll?

40 bis 60 Kilometer für große Aufträge, 15 bis 25 für Reparaturen, 20 bis 35 für den Notdienst.

Warum eine Postleitzahlenliste?

Weil ein Kreis auf der Karte Anbindung und Hindernisse ignoriert.

Wann lohnt eine Übernachtung?

Ab etwa 90 Minuten Fahrzeit je Richtung.