Arbeiten am Hochvoltsystem sind kein Zusatz zum normalen Werkstattgeschäft, sondern ein eigener Qualifikationsbereich. Wer ihn ohne Nachweis betritt, gefährdet Personen und die eigene Deckung.
Die Stufen
Die berufsgenossenschaftlichen Regelwerke unterscheiden mehrere Stufen: von der Sensibilisierung für Personen, die im Umfeld arbeiten, über die Freischaltung bis zu Arbeiten am aktiven Hochvoltsystem.
Jede Stufe erlaubt einen anderen Umfang. Eine Person mit der Qualifikation zum Freischalten darf nicht automatisch am aktiven System arbeiten, und diese Grenze ist keine Formalie.
Klären Sie für jede Person und jede Tätigkeit, welche Stufe erforderlich ist. Bei 6 Mitarbeitenden und 4 Tätigkeitsbereichen ist das eine Tabelle mit 24 Feldern, in der jede Lücke sofort sichtbar wird.
Was die Werkstatt organisieren muss
Eine benannte verantwortliche Person für den Hochvoltbereich, mit der höchsten im Haus vorhandenen Qualifikation. Ohne sie fehlt die Zuständigkeit für Freigaben.
Getrennte Arbeitsplätze und Kennzeichnung. Ein freigeschaltetes Fahrzeug muss als solches erkennbar sein, und ein Bereich, in dem gearbeitet wird, gehört abgegrenzt.
Und die vorgeschriebene Schutzausrüstung, geprüft nach dem vorgesehenen Intervall. Eine Ausrüstung ohne Prüfnachweis ist im Ernstfall dieselbe Lücke wie keine Ausrüstung.
| Punkt | Wert |
|---|---|
| Stufen | von der Sensibilisierung über die Freischaltung bis zur Arbeit am aktiven System |
| Grundsatz | jede Stufe erlaubt einen anderen Umfang |
| Zuordnungstabelle | bei 6 Personen und 4 Bereichen 24 Felder |
| Verantwortliche Person | mit der höchsten vorhandenen Qualifikation |
| Arbeitsplatz | getrennt und gekennzeichnet |
| Freigeschaltetes Fahrzeug | als solches erkennbar |
| Schutzausrüstung | geprüft nach dem vorgesehenen Intervall |
| Rechtlicher Maßstab | nur Personen mit erforderlicher Ausbildung, Kenntnis und Erfahrung |
| Haftpflicht | Arbeit ohne Qualifikation kann eine Deckungslücke erzeugen |
| Zu melden | die Aufnahme von Hochvoltarbeiten |
| Schulung | mehrere Tage je Person und Stufe |
| Reihenfolge | Qualifikation vor Werkzeug und Kundenzusage |
| Erinnerung vor Ablauf | 6 Monate |
Die Verbindung zur Haftung
Produkte dürfen nur ihrer Zweckbestimmung entsprechend und nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik betrieben und benutzt werden, und nur von Personen, die die dafür erforderliche Ausbildung oder Kenntnis und Erfahrung besitzen.
Für die Betriebshaftpflicht heißt das: Ein Schaden aus einer Arbeit ohne die erforderliche Qualifikation kann eine Deckungslücke erzeugen. Lesen Sie die Ausschlüsse Ihrer Police daraufhin einmal vollständig.
Melden Sie außerdem die Aufnahme von Hochvoltarbeiten. Eine Tätigkeit, die der Versicherer nicht kennt, ist der häufigste Grund für eine Lücke.
Die Planung
Rechnen Sie mit mehreren Tagen Schulung je Person und Stufe, dazu Wiederholungen nach dem vorgesehenen Intervall. Bei 3 zu qualifizierenden Personen sind das mehrere Wochen verteilt über ein Jahr.
Planen Sie die Qualifikation vor der Anschaffung von Werkzeug und vor der Zusage an Kunden. Ein Ladeplatz und ein Hebebühnenplatz ohne qualifizierte Person sind eine Investition ohne Ertrag.
Und führen Sie eine Liste je Person mit Stufe, Datum und Ablauf. Eine Erinnerung 6 Monate vor Ablauf ist nötig, weil Schulungen nicht kurzfristig verfügbar sind.
Quellen
Häufige Fragen
Welche Stufen gibt es?
Von der Sensibilisierung über die Freischaltung bis zu Arbeiten am aktiven Hochvoltsystem, mit jeweils unterschiedlichem Umfang.
Was muss die Werkstatt organisieren?
Eine verantwortliche Person, gekennzeichnete Arbeitsplätze und geprüfte Schutzausrüstung.
Was bedeutet das für die Versicherung?
Eine Arbeit ohne die erforderliche Qualifikation kann eine Deckungslücke erzeugen. Die Aufnahme der Tätigkeit ist zu melden.
In welcher Reihenfolge plant man?
Qualifikation zuerst, danach Werkzeug und Kundenzusagen.