Ein Wettbewerb ist eine Investition mit bekannter Ausgabe und unbekanntem Ertrag. Wer die Ausgabe nicht kennt, kann die Entscheidung nicht treffen, und die meisten Büros kennen sie nicht.
Den eigenen Aufwand messen
Erfassen Sie die Stunden je Teilnahme, getrennt nach Entwurf, Darstellung, Modell und Verwaltung. Vier Positionen, und die dritte wird regelmäßig unterschätzt.
Ein mittlerer Wettbewerb kostet ein kleines Büro schnell 250 bis 500 Stunden. Bei einem internen Stundensatz von 75 Euro sind das 18.750 bis 37.500 Euro, bevor irgendein Ergebnis feststeht.
Erfassen Sie diese Stunden tatsächlich, nicht geschätzt. Nach 3 Teilnahmen haben Sie eine belastbare Grundlage, und erst dann ist die Entscheidung über weitere Teilnahmen eine Rechnung statt eines Gefühls.
Die Ertragsseite
Preisgeld, Bearbeitungshonorar und die Auftragschance. Die ersten beiden sind bekannt, die dritte ist eine Wahrscheinlichkeit.
Rechnen Sie die Auftragschance ehrlich: Bei 25 Teilnehmern und einem Auftrag ist die Grundwahrscheinlichkeit 4 Prozent. Bei einem eingeladenen Verfahren mit 8 Teilnehmern sind es 12,5 Prozent, und das ist ein völlig anderes Geschäft.
Multiplizieren Sie die Auftragschance mit dem erwarteten Honorar und addieren Sie Preisgeld und Bearbeitungshonorar. Diese Summe ist der erwartete Ertrag, und sie gehört neben die 18.750 bis 37.500 Euro Aufwand.
| Punkt | Wert |
|---|---|
| Aufwandspositionen | Entwurf, Darstellung, Modell, Verwaltung |
| Unterschätzt | die Darstellung |
| Aufwand mittlerer Wettbewerb | 250 bis 500 Stunden |
| Bei 75 Euro interner Stundensatz | 18.750 bis 37.500 Euro |
| Belastbare Grundlage | nach 3 erfassten Teilnahmen |
| Ertragspositionen | Preisgeld, Bearbeitungshonorar, Auftragschance |
| Offenes Verfahren mit 25 Teilnehmern | 4 Prozent Grundwahrscheinlichkeit |
| Eingeladenes Verfahren mit 8 Teilnehmern | 12,5 Prozent |
| Rechnung | Auftragschance mal erwartetes Honorar plus Preisgeld und Bearbeitungshonorar |
| Rechnet sich eher bei | eingeladenen Verfahren und eigenem Schwerpunkt |
| Vorab zu klären | Verwertbarkeit als Referenz |
| Folgeaufwand | Verzögerung laufender Projekte |
| Teilnahmen im Jahr | 2 bis 3 für ein kleines Büro |
Wann sich eine Teilnahme rechnet
Bei eingeladenen Verfahren mit begrenzter Teilnehmerzahl und angemessenem Bearbeitungshonorar deutlich eher als bei offenen Verfahren mit vielen Teilnehmern.
Bei Bauaufgaben, die zum eigenen Schwerpunkt gehören, eher als bei fachfremden. Der Aufwand ist dort niedriger und die Aussicht höher, weil vorhandene Grundlagen wiederverwendbar sind.
Und bei Auslobern, mit denen eine spätere Zusammenarbeit realistisch ist. Ein Wettbewerb ist auch dann ein Ertrag, wenn er keinen Auftrag bringt, aber eine Beziehung begründet, die 2 Jahre später trägt.
Was neben dem Ertrag zählt
Die Verwertbarkeit. Ein Entwurf, der als Referenz gezeigt werden darf, ist auch ohne Preis ein Ergebnis. Klären Sie die Bedingungen dafür vor der Teilnahme, denn sie unterscheiden sich zwischen Verfahren.
Die Belastung des Büros. Ein Wettbewerb bindet in der heißen Phase regelmäßig die gesamte Kapazität, und laufende Projekte verzögern sich. Rechnen Sie diesen Folgeaufwand mit, denn er erzeugt Nachträge und Terminverschiebungen an anderer Stelle.
Und die Zahl der Teilnahmen im Jahr. Zwei bis 3 sind für ein kleines Büro das Machbare. Wer 6 anmeldet, liefert bei 2 gute Arbeit und bei 4 mittelmäßige, und die 4 kosten dasselbe Geld.
Quellen
Häufige Fragen
Was kostet eine Wettbewerbsteilnahme?
Ein mittlerer Wettbewerb kostet ein kleines Büro 250 bis 500 Stunden, bei 75 Euro Stundensatz also 18.750 bis 37.500 Euro.
Wie hoch ist die Auftragschance?
Bei 25 Teilnehmern rund 4 Prozent, bei einem eingeladenen Verfahren mit 8 Teilnehmern 12,5 Prozent.
Wann lohnt sich eine Teilnahme?
Bei eingeladenen Verfahren, bei Bauaufgaben im eigenen Schwerpunkt und bei Auslobern mit realistischer Folgezusammenarbeit.
Wie viele Teilnahmen im Jahr?
Zwei bis drei für ein kleines Büro. Sechs bedeuten vier mittelmäßige Beiträge zum gleichen Preis.