Ein Bauzeitenplan ohne Puffer ist eine Wunschliste. Entscheidend ist allerdings nicht, wie viel Puffer eingeplant wird, sondern an welcher Stelle.
Warum Puffer am Ende nichts nützen
Ein Puffer am Projektende fängt einen Verzug auf, der bereits eingetreten ist. Er verhindert nicht, dass die Folgegewerke verschoben werden, und genau daraus entstehen die Kosten.
Wirksam sind Puffer an den Übergabepunkten zwischen Gewerken. Ein Tag zwischen Estrich und Bodenbelag ist mehr wert als eine Woche am Ende.
Rechnen Sie mit 3 bis 5 kritischen Übergabepunkten je Projekt. Dort gehören 2 bis 5 Tage Puffer hin, und dort wirken sie.
Die Vorlaufzeiten
Sie sind der zweite unterschätzte Posten. Fenster, Türen, Sanitärobjekte und Sonderanfertigungen haben Lieferzeiten, die den gesamten Ablauf bestimmen.
Erfassen Sie je Position die Lieferzeit und den spätesten Bestellzeitpunkt. Bei 25 relevanten Positionen ist das eine Tabelle mit 50 Feldern, und sie verhindert den häufigsten Verzugsgrund.
Der späteste Bestellzeitpunkt ergibt sich aus dem Einbautermin minus Lieferzeit minus Puffer. Setzen Sie diesen Termin in den Plan, nicht den Einbautermin, denn nur der erste ist beeinflussbar.
| Punkt | Wert |
|---|---|
| Puffer am Projektende | fängt nur auf, verhindert nichts |
| Wirksame Puffer | an den Übergabepunkten zwischen Gewerken |
| Kritische Übergabepunkte | 3 bis 5 je Projekt |
| Puffer dort | 2 bis 5 Tage |
| Zweiter Posten | Vorlaufzeiten für Lieferungen |
| Betroffen | Fenster, Türen, Sanitärobjekte, Sonderanfertigungen |
| Zu erfassen | Lieferzeit und spätester Bestellzeitpunkt |
| Bei 25 Positionen | Tabelle mit 50 Feldern |
| Rechnung | Einbautermin minus Lieferzeit minus Puffer |
| Entkopplung | Stellen suchen, an denen parallel gearbeitet werden kann |
| Verzugswoche bei 6 Folgegewerken | rund 6 Tage Umplanungsaufwand |
| Bei Verzug zu dokumentieren | Datum, Ursache, Gewerk, Auswirkung |
Die Kette
Ein Verzug wandert weiter, solange die Gewerke voneinander abhängen. Wo diese Abhängigkeit fehlt, endet die Kette, und genau dort lohnt eine Entkopplung.
Prüfen Sie den Plan auf Stellen, an denen zwei Gewerke parallel arbeiten könnten. Jede solche Stelle nimmt Druck aus der Kette, ohne dass Zeit gekauft werden muss.
Rechnen Sie eine Verzugswoche durch: Bei 6 abhängigen Folgegewerken und je 1 Tag Umplanungsaufwand sind das 6 Tage Zusatzarbeit für Sie, unabhängig von den Kosten des Bauherrn.
Was bei einem Verzug zu tun ist
Sofort dokumentieren: Datum, Ursache, betroffenes Gewerk, Auswirkung auf die Folgegewerke. Vier Angaben, in 10 Minuten erfasst, und sie sind die Grundlage jeder späteren Auseinandersetzung.
Den Bauherrn unverzüglich informieren. Ein Verzug, der erst 3 Wochen später kommuniziert wird, ist ein Kommunikationsproblem geworden statt eines Terminproblems geblieben.
Und die Kette neu rechnen, nicht nur den Endtermin verschieben. Ein Plan, in dem nur die letzte Zeile wandert, bildet die tatsächlichen Abhängigkeiten nicht mehr ab und erzeugt den nächsten Verzug.
Halten Sie den Plan deshalb in höchstens 40 Vorgängen. Ein Plan mit 200 Zeilen wird nach dem zweiten Verzug nicht mehr gepflegt, und ein nicht gepflegter Plan ist schlechter als keiner, weil sich alle Beteiligten weiter auf ihn berufen. Vierzig Vorgänge lassen sich in 30 Minuten vollständig neu rechnen, 200 nicht.
Quellen
Häufige Fragen
Wo gehören Puffer hin?
An die Übergabepunkte zwischen Gewerken, nicht ans Projektende. Dort wirken 2 bis 5 Tage.
Was ist der häufigste Verzugsgrund?
Übersehene Vorlaufzeiten bei Fenstern, Türen, Sanitärobjekten und Sonderanfertigungen.
Welchen Termin setzt man in den Plan?
Den spätesten Bestellzeitpunkt, nicht den Einbautermin. Nur der erste ist beeinflussbar.
Was ist bei einem Verzug zu tun?
Sofort dokumentieren, den Bauherrn unverzüglich informieren und die Kette neu rechnen.