Ein Bautagebuch ist kein Tätigkeitsnachweis, sondern ein Beweismittel. Der Unterschied liegt darin, ob es Zustände beschreibt oder nur Anwesenheit bestätigt.
Was hineingehört
Datum, Witterung, anwesende Firmen mit Personenzahl, ausgeführte Arbeiten je Gewerk, Materiallieferungen, Behinderungen, Anweisungen und Feststellungen. Acht Angaben je Eintrag.
Die Feststellungen sind der Kern. Ein Eintrag, der nur festhält, dass gearbeitet wurde, belegt nichts; einer, der einen Zustand beschreibt, belegt einen Zustand zu einem Zeitpunkt.
Fotos gehören dazu, mit Datum und Blickrichtung. Ein Foto ohne Zuordnung ist im Streitfall wenig wert, weil niemand sagen kann, wann und wo es entstanden ist.
Was typischerweise fehlt
Behinderungen. Ein Gewerk, das nicht arbeiten kann, weil ein anderes nicht fertig ist, erzeugt eine Verzögerung, und ohne Eintrag lässt sich später nicht sagen, wo sie entstand.
Anweisungen. Eine mündliche Anweisung auf der Baustelle ist ohne Eintrag nicht nachweisbar, und genau diese Anweisungen sind es, über die später gestritten wird.
Und die Lücken. Ein Bautagebuch mit 140 von 180 Bautagen belegt, dass an 40 Tagen keine Aufzeichnung erfolgte, und das schwächt die übrigen 140 Einträge mit.
| Punkt | Wert |
|---|---|
| Angaben je Eintrag | Datum, Witterung, Firmen mit Personenzahl, Arbeiten, Lieferungen, Behinderungen, Anweisungen, Feststellungen |
| Kern | die Feststellungen zum Zustand |
| Fotos | mit Datum und Blickrichtung |
| Fehlt typischerweise 1 | Behinderungen |
| Fehlt typischerweise 2 | mündliche Anweisungen |
| Fehlt typischerweise 3 | die Lücken selbst |
| Beispiel | 140 von 180 Bautagen schwächt auch die 140 |
| Aufwand je Bautag | 10 bis 15 Minuten |
| Bei 180 Bautagen | 30 bis 45 Stunden je Projekt |
| Digital geführt | 5 bis 8 Minuten je Tag |
| Grundlage für | Nachträge und die Abgrenzung bei der Abnahme |
| Aufbewahrung | über die Geltendmachung möglicher Ansprüche hinaus |
Der Aufwand
Rechnen Sie 10 bis 15 Minuten je Bautag bei täglicher Führung. Bei 180 Bautagen sind das 30 bis 45 Stunden je Projekt.
Das ist ein erheblicher Posten und gehört in die Kalkulation der Bauüberwachung. Ein Bautagebuch, das nebenbei entstehen soll, entsteht nach 3 Wochen nicht mehr.
Digital geführt sinkt der Aufwand deutlich, weil Fotos, Datum und Wetter automatisch zugeordnet werden. Rechnen Sie dann mit 5 bis 8 Minuten je Tag, also rund der Hälfte.
Die Verbindung zu Nachtrag und Abnahme
Ein Nachtrag setzt einen dokumentierten Ausgangsstand voraus. Das Bautagebuch liefert genau diesen Stand, wenn es Zustände beschreibt und nicht nur Anwesenheit.
Bei der Abnahme entscheidet der dokumentierte Zustand darüber, ob ein Mangel wesentlich ist. Der Besteller ist zur Abnahme verpflichtet und kann sie wegen unwesentlicher Mängel nicht verweigern, und diese Abgrenzung beruht auf Unterlagen.
Bewahren Sie das Bautagebuch entsprechend lange auf. Ansprüche aus dem Bauvorhaben können Jahre nach der Abnahme geltend gemacht werden, und ein vernichtetes Tagebuch ist eine Lücke, die sich nicht schließen lässt.
Quellen
Häufige Fragen
Was gehört in ein Bautagebuch?
Acht Angaben je Eintrag, von Datum und Witterung über Behinderungen bis zu den Feststellungen.
Was fehlt am häufigsten?
Behinderungen, mündliche Anweisungen und die Kenntlichmachung von Lücken.
Wie hoch ist der Aufwand?
10 bis 15 Minuten je Bautag, digital 5 bis 8. Bei 180 Bautagen sind das 30 bis 45 Stunden.
Wofür wird es gebraucht?
Als Grundlage für Nachträge und für die Abgrenzung wesentlicher von unwesentlichen Mängeln bei der Abnahme.