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Bauphasen auf Social Media dokumentieren

Baufortschritt zeigen, ohne Rechte zu verletzen: Bildnisse der Beschäftigten, Zustimmung des Bauherrn, Grenzen der Panoramafreiheit.

Bauphasen auf Social Media dokumentieren
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Ein Rohbau, der in 8 Bildern über 14 Monate wächst, ist der einzige Inhalt, den ein Architekturbüro hat und ein Fotograf nicht nachstellen kann. Er hat allerdings 3 Rechteinhaber im Bild.

Die drei Rechte auf jeder Baustelle

Erstens das Bauwerk selbst. Die Panoramafreiheit erlaubt Aufnahmen von Werken, die sich bleibend an öffentlichen Wegen, Straßen oder Plätzen befinden; bei Bauwerken erstreckt sich das nur auf die äußere Ansicht. Eine Baustelle im Bau ist davon in der Regel nicht erfasst.

Zweitens die abgebildeten Personen. Bildnisse dürfen nur mit Einwilligung des Abgebildeten verbreitet oder öffentlich zur Schau gestellt werden. Das gilt für die Beschäftigten der ausführenden Betriebe genauso wie für die eigenen.

Drittens der Bauherr, dessen Grundstück Sie betreten und dessen Vorhaben Sie zeigen. Ohne seine Zustimmung ist die Veröffentlichung heikel, selbst wenn die anderen beiden Punkte geklärt sind.

Wie das praktisch gelöst wird

Eine Zustimmung des Bauherrn beim Vertragsschluss, die die Bauzeitdokumentation ausdrücklich einschließt. Ein Satz mehr in einer Klausel, die ohnehin geschrieben wird.

Für Personen die einfachere Lösung: Fotografieren Sie so, dass niemand erkennbar ist. Rückenansichten, Totalen, Details. Bei 90 Prozent der Bauzeitbilder ist das ohne Qualitätsverlust möglich.

Wo Personen erkennbar sein sollen, holen Sie die Einwilligung schriftlich ein, und zwar vom Abgebildeten selbst und nicht vom Betrieb. Ein Betrieb kann diese Einwilligung nicht für seine Beschäftigten erteilen.

Baustellendokumentation absichern
PunktRegel oder Wert
Recht 1das Bauwerk
Panoramafreiheitnur bleibend an öffentlichen Wegen, nur äußere Ansicht
Baustelle im Bauin der Regel nicht erfasst
Recht 2Bildnisse der abgebildeten Personen
GrundsatzVerbreitung nur mit Einwilligung des Abgebildeten
Einwilligung erteiltdie Person selbst, nicht ihr Betrieb
Recht 3Zustimmung des Bauherrn
Zeitpunkt der Klärungbei Vertragsschluss
Einfachste Lösungniemanden erkennbar abbilden
Serienaufbaufester Standpunkt, 1 Bild je Monat
Details je Bauabschnitt3 bis 4
Aufwand je Terminrund 15 Minuten
Über 14 Monaterund 6 Stunden
Nicht zu zeigenMängel, Streit, Anschrift, Kosten

Der Aufbau einer Serie

Ein fester Standpunkt, 1 Bild je Monat, gleiche Brennweite. Über 14 Monate entstehen 14 Bilder, die zusammen mehr erzählen als jede Beschreibung.

Dazu 3 bis 4 Details je Bauabschnitt: ein Anschluss, eine Konstruktion, ein Material. Sie sind der Teil, den Fachleute ansehen, und Fachleute empfehlen weiter.

Rechnen Sie 15 Minuten je Baustellentermin für die Aufnahmen. Wer ohnehin 2 Mal im Monat vor Ort ist, kommt auf rund 6 Stunden über die gesamte Bauzeit.

Was nicht gezeigt wird

Mängel, Streitpunkte, Verzögerungen. Nicht weil es unehrlich wäre, sondern weil eine Baustelle ohne Vertragsverhältnis zum Leser dokumentiert wird und jede Zuspitzung auf einen Beteiligten zurückfällt.

Keine Anschriften, solange der Bauherr dem nicht zugestimmt hat. Ein Baufortschritt ist auch ohne Ortsangabe verständlich.

Und keine Kostenangaben aus dem laufenden Vorhaben. Sie gehören dem Bauherrn, nicht der Öffentlichkeit, und ihre Veröffentlichung ist der schnellste Weg, eine Vertrauensbeziehung zu beenden.

Quellen

  1. Kunsturhebergesetz, Paragraf 22, Recht am eigenen Bild
  2. Urheberrechtsgesetz, Paragraf 59, Werke an öffentlichen Plätzen

Häufige Fragen

Darf ich meine Baustelle einfach fotografieren und zeigen?

Die Panoramafreiheit deckt Baustellen in der Regel nicht ab. Es braucht die Zustimmung des Bauherrn.

Was gilt für Personen im Bild?

Bildnisse dürfen nur mit Einwilligung des Abgebildeten verbreitet werden, und zwar vom Abgebildeten selbst.

Wie baut man eine Serie auf?

Fester Standpunkt, ein Bild je Monat, dazu drei bis vier Details je Bauabschnitt.

Was gehört nicht in die Dokumentation?

Mängel, Streitpunkte, Anschriften ohne Zustimmung und Kostenangaben aus dem laufenden Vorhaben.