Ein Portfolio nach Jahreszahlen ist ein Archiv. Ein Portfolio nach Bauaufgaben ist ein Angebot, und der Unterschied zeigt sich daran, welche Anfragen daraufhin kommen.
Warum die Chronologie nicht trägt
Ein Interessent sucht nach seiner Bauaufgabe, nicht nach Ihrem Werdegang. Wer ein Verwaltungsgebäude plant, sucht Verwaltungsgebäude und nicht das Jahr 2021.
Eine chronologische Gliederung zwingt ihn, 40 Projekte durchzusehen, um 3 relevante zu finden. Die meisten sehen sich 6 an und gehen dann.
Gliedern Sie deshalb nach Bauaufgabe: Wohnungsbau, Bildungsbau, Gewerbe, Sanierung im Bestand, Denkmalpflege. Fünf bis 7 Kategorien reichen für die meisten Büros.
Was zu jedem Projekt gehört
Bauaufgabe, Ort ohne genaue Anschrift, Fertigstellungsjahr, Bruttogrundfläche, Leistungsphasen, Besonderheit in einem Satz. Sechs Angaben, jeweils kurz.
Die Leistungsphasen sind die Angabe, die am häufigsten fehlt und für Auftraggeber am wichtigsten ist. Ein Projekt, das bis Phase 4 bearbeitet wurde, sagt etwas anderes aus als eines über alle 9 Phasen.
Die Besonderheit in einem Satz ersetzt jede Selbstbeschreibung. Nicht anspruchsvolle Aufgabe, sondern: Sanierung im laufenden Betrieb bei durchgehender Nutzung durch 120 Beschäftigte.
| Punkt | Wert |
|---|---|
| Falsche Gliederung | nach Chronologie |
| Richtige Gliederung | nach Bauaufgabe |
| Kategorien | 5 bis 7 |
| Beispielkategorien | Wohnungsbau, Bildungsbau, Gewerbe, Bestand, Denkmalpflege |
| Angaben je Projekt | Bauaufgabe, Ort, Jahr, Bruttogrundfläche, Leistungsphasen, Besonderheit |
| Fehlt am häufigsten | die bearbeiteten Leistungsphasen |
| Besonderheit | ein Satz mit einer Tatsache, kein Adjektiv |
| Bilder je Projekt | 4 bis 8 |
| Reihenfolge | Außenansicht, Kontext, Innenraum, Detail |
| Rechtslage | Panoramafreiheit nur für die äußere Ansicht |
| Innenaufnahmen | Zustimmung des Bauherrn |
| Bei 40 Projekten und 6 Bildern | 240 Bilder, Ladezeit beachten |
| Aufwand je Projektseite | 90 bis 120 Minuten |
| Bei 40 Projekten | 60 bis 80 Stunden einmalig |
Die Bilder
Vier bis 8 je Projekt, in fester Reihenfolge: Außenansicht, Kontext, Innenraum, Detail. Mehr wird nicht angesehen, weniger lässt Fragen offen.
Beachten Sie die Rechtslage: Bei Bauwerken erstreckt sich die Panoramafreiheit nur auf die äußere Ansicht, und die Aufnahme muss von einem öffentlichen Weg erfolgen. Innenaufnahmen brauchen die Zustimmung des Bauherrn.
Und rechnen Sie die Ladezeit mit. Ein Portfolio mit 40 Projekten und je 6 Bildern hat 240 Bilder; unkomprimiert ausgeliefert ist es auf einem Telefon unbenutzbar.
Was das Portfolio leisten muss
Es muss zu einer Anfrage führen. Ein Kontaktweg gehört auf jede Projektseite, nicht nur auf eine eigene Kontaktseite am Ende der Navigation.
Und es muss die Bauaufgabe benennen, die Sie suchen. Ein Büro, das Bildungsbauten sucht, zeigt sie zuerst und schreibt es dazu. Ein Portfolio ohne diese Aussage überlässt die Einordnung dem Betrachter.
Rechnen Sie 90 bis 120 Minuten je Projektseite für Text, Bildauswahl und Einbau. Bei 40 Projekten sind das 60 bis 80 Stunden einmalig, danach 1 Durchgang im Jahr mit rund 6 Stunden.
Quellen
Häufige Fragen
Warum nicht chronologisch gliedern?
Weil ein Interessent nach seiner Bauaufgabe sucht und nicht nach Ihrem Werdegang.
Wie viele Kategorien?
Fünf bis sieben, etwa Wohnungsbau, Bildungsbau, Gewerbe, Bestand und Denkmalpflege.
Welche Angabe fehlt am häufigsten?
Die bearbeiteten Leistungsphasen. Für Auftraggeber ist sie eine der wichtigsten.
Wie viele Bilder je Projekt?
Vier bis acht in fester Reihenfolge. Bei 40 Projekten sind das bis zu 240 Bilder, deren Ladezeit zählt.