Ein Büro, das alles plant, wird für nichts gerufen. Ein Büro, das Schulbauten plant, wird gerufen, wenn eine Schule gebaut wird, und das ist der gesamte Unterschied.
Warum die Breite nicht trägt
Ein Auftraggeber sucht Sicherheit, und Sicherheit entsteht aus vergleichbaren Projekten. Ein Büro mit 3 Schulbauten schlägt bei einer Schule jedes Büro mit 30 gemischten Projekten.
Bei öffentlichen Vergaben ist das keine Vermutung, sondern Verfahren: Eignungskriterien und Eignungsnachweise müssen mit dem Auftragsgegenstand in Verbindung stehen. Ohne vergleichbare Referenz kommen Sie nicht in die Wertung.
Zugleich gilt: Bei der Auswahl der Eignungskriterien sind die besonderen Umstände von kleineren Büroorganisationen und Berufsanfängern angemessen zu berücksichtigen. Der Einstieg ist also möglich, aber er läuft über die Nische und nicht über die Breite.
Wie eine Nische gewählt wird
Aus dem Bestand, nicht aus dem Wunsch. Sehen Sie die letzten 20 Projekte an und zählen Sie nach Bauaufgabe. Meist gibt es 2 bis 3 Häufungen, die niemandem im Büro bewusst sind.
Prüfen Sie dann die Nachfrage im Einzugsgebiet. Eine Spezialisierung auf Sakralbau in einem Landkreis mit 4 Kirchengemeinden ist keine Positionierung, sondern eine Begrenzung.
Und prüfen Sie den Wettbewerb. Sind 6 Büros im Umkreis auf dieselbe Aufgabe spezialisiert, brauchen Sie eine zweite Ebene: nicht Wohnungsbau, sondern Wohnungsbau im Bestand mit bewohnter Sanierung.
| Punkt | Wert |
|---|---|
| Problem der Breite | keine vergleichbare Referenz |
| Vergaberecht | Eignungskriterien müssen zum Auftragsgegenstand passen |
| Für kleine Büros | besondere Umstände sind angemessen zu berücksichtigen |
| Grundlage der Wahl | die letzten 20 Projekte, gezählt nach Bauaufgabe |
| Typischer Befund | 2 bis 3 Häufungen |
| Zweite Prüfung | Nachfrage im Einzugsgebiet |
| Dritte Prüfung | Zahl der Wettbewerber mit gleicher Ausrichtung |
| Bei starkem Wettbewerb | zweite Ebene, etwa bewohnte Sanierung |
| Nach außen | die ersten 3 Kategorien, Zeilen und Schwerpunkte |
| Nach innen | keine Beschränkung der Auftragsannahme |
| Wirkungsdauer | 18 bis 24 Monate |
| Messgröße 1 | Anteil passender Anfragen |
| Messgröße 2 | Angebotsquote |
| Erlaubt | eine sinkende Gesamtzahl der Anfragen |
Wie weit die Beschränkung geht
Nach außen weit, nach innen gar nicht. Die Nische bestimmt, was Sie zeigen und wie Sie sich beschreiben, nicht was Sie annehmen.
Praktisch heißt das: Die ersten 3 Kategorien im Portfolio, die ersten 3 Zeilen der Bürobeschreibung und die ersten 3 Leistungsschwerpunkte im Kammereintrag gehören der Nische. Der Rest folgt danach.
Rechnen Sie mit 18 bis 24 Monaten, bis sich das in der Anfragestruktur zeigt. Wer nach 6 Monaten zurückrudert, hat die Umstellung bezahlt und den Ertrag nicht abgewartet.
Was zu messen ist
Der Anteil der Anfragen, die zur Nische gehören. Führen Sie eine Spalte mit der Bauaufgabe je Anfrage; nach 12 Monaten steht dort, ob die Ausrichtung ankommt.
Und die Angebotsquote. Eine Nische wirkt, wenn von 10 Anfragen mehr zu Angeboten führen als vorher, nicht wenn insgesamt mehr Anfragen kommen.
Die Gesamtzahl der Anfragen darf dabei sinken. Ein Büro, das statt 40 unpassenden 18 passende Anfragen erhält, hat den besseren Bestand, auch wenn die Zahl kleiner aussieht.
Quellen
Häufige Fragen
Warum überhaupt spezialisieren?
Weil Auftraggeber vergleichbare Projekte suchen und im Vergabeverfahren Eignungsnachweise zum Auftragsgegenstand passen müssen.
Woher kommt die Nische?
Aus dem Bestand. Zählen Sie die letzten 20 Projekte nach Bauaufgabe, meist zeigen sich zwei bis drei Häufungen.
Muss ich andere Aufträge ablehnen?
Nein. Die Nische bestimmt die Außendarstellung, nicht die Auftragsannahme.
Wann zeigt sich die Wirkung?
Nach 18 bis 24 Monaten in der Anfragestruktur, nicht nach sechs.